Heute führt uns die Reise in die älteste Plan- und Gründungsstadt Westfalens, nach Lippstadt. Neben den Gebrüdern Rummenigge (Fußball) kommt auch Matze Knop (Komiker) aus dieser Stadt. Seit Januar 2016 wurde das sportliche Angebot im Ort um American Football durch die Lippstadt Eagles ergänzt. Den Spielbetrieb nahmen sie im Jahre 2017 auf und sind bisher zwei Jahre in Folge aufgestiegen.

OJS 2522 2018 05 20 OJS 2522

Daniel Greitens ist Head Coach und Runningback bei den Lippstadt Eagles - hier seine ersten Punkte beim Debüt als HC (Foto ©Oliver Jungnitsch)

Seit dem 17.05.2018 ist Daniel Greitens Head Coach der Eagles. Damit nicht genug, denn Daniel spielt auch auf der Position des Runningbacks für Lippstadt. Seine Vita ist länger als manches Telefonbuch, daher sind hier nur seine wichtigsten Stadionen: Er beginnt 1999 in der Jugend der Paderborn Dolphins mit dem American Football. Ab 2001 wechselt er in die Herrenmannschaft der Dolphins. In 2003 geht er für ein Jahr nach Bielefeld, da die Dolphins in dem Jahr keine Mannschaft melden konnten. Durchmarsch ab 2004 von Verbands- in die Regionalliga (bis 2014). Von 2015 bis 2017 spielte er für Paderborn in der GFL2. Bei den Dolphins war er 2004, 2008 und 2016 Offense MVP und 2005, 2006, und 2007 Team MVP. 2017 wurde seine Nummer zurückgezogen und er bekam eine Auszeichnung (inklusive Pokal) für sein Dolphins-Lebenswerk. Er ist Sport-, Mathe-, und Politiklehrer an einer Realschule in Paderborn und war 2009 und 2014 Bürgermeisterkandidat in Schloß Holte-Stukenbrock. Genug der Vorrede. 

Daniel Greitens2 0009 2016 07 0219 19 24
Daniel spielte von 2015 bis 2017 für Paderborn in der GFL2 (Foto ©Oliver Jungnitsch)
 
Oliver von F(and)s: Bisher spielte sich dein gesamtes Footballleben in Paderborn ab. Warum hast du die Eagles als Verein gewählt und nicht die Paderborn Dolphins?
Daniel Greitens: Mit 36 Jahren bin ich allmählich zu alt für die 2.Liga geworden. Als Runningback zählt ein schneller Antritt und man sollte dem ein oder anderen Linebacker weglaufen können. Das klappte halt nicht mehr in der GFL2. Irgendwann kann man mangelnde Geschwindigkeit nicht mehr mit Erfahrung ausgleichen. Allerdings wollte ich gerne noch weiterspielen, weil ich im gewissem Maße „süchtig“ bin. Deshalb habe ich bereits ab Ende 2015 versucht eine 2. Mannschaft in Paderborn aufzubauen. Ich hatte für eine solche Mannschaft auch genügend Spieler. Aus organisatorischen Gründen konnten die Dolphins eine 2. Mannschaft aber nicht umsetzen und so blieb mir nur ein anderes Team. Kofi Adomako, der mich bereits von 2003 bis 2007 in Paderborn trainiert hat und mit dem ich gerne zusammengearbeitet habe, sprach mich zeitgleich an und so bin ich bei den Lippstadt Eagles gelandet.
 
Oliver: Was ein Glück für die Eagles. Ihr seid zwei Jahre in Folge aufgestiegen. Bei deinem ersten Spiel als Head Coach waren Nick und ich in Brilon. Das Spiel habt ihr deutlich mit 69:00 gewonnen und sagen wir es so: an dem Tag konnte man einen Klassenunterschied erkennen. In welcher Liga sieht du Lippstadt langfristig?
Daniel: Mittelfristig sehe ich uns in der Regionalliga. Ob es dann noch weiter hoch geht, wird von vielen Faktoren abhängen, die jetzt noch nicht absehbar sind. Vor allem wird entscheidend sein, ob wir weiterhin so einen „Hype“ in Lippstadt und Umgebung verursachen. Dadurch können viele neue Spieler für die Jugend und auch für das Seniorteam akquirieren. Die Jugendarbeit ist das Wichtigste. Wenn man aus der eigenen Jugend gut ausgebildete Spieler bekommt, die sich mit dem Verein und der Stadt identifizieren, dann kann ein Programm wirklich erfolgreich sein.
 
Oliver: Wir haben euch schon häufiger auf dem Spielfeld (Spiele gegen Brilon und Herne) gesehen. Es fällt auf,  bei euch gibt es einige Amerikaner oder zumindest Spieler mit „A“ auf dem Helm. Du selber hast bis vor kurzem auch noch GFL2 gespielt. Wie bekommt ihr so einen Kader zusammen?
Daniel:Für mich hat es ja für die GFL2 nicht mehr ganz gereicht. Deshalb nehme ich mich mal aus dieser Aufzählung heraus. Die Spieler mit dem „A“ sollen unsere deutschen Spieler besser machen. Natürlich spielen die auch. Aber wenn wir wirklich irgendwann in die Regionalliga oder sogar GFL 2 wollen, dann brauchen wir eine gute Basis, die aus deutschen Spielern besteht, die am Besten keine „Söldner“ sind. Das wird sich aber nicht ganz verhindern lassen. Wir bieten den Jungs mit dem „A“ ein nettes Umfeld und nutzen einen Mix aus Kontakten, Chaos und Planung, um so einen Kader aufzustellen.
 
Oliver: Chaos? Das klappt bisher bei euch hervorragend. Du bist nicht nur Head Coach, sondern spielst auch auf der Position des Runningbacks. Auch ist es nicht das erste Mal, dass du als Spielertrainer fungierst. Was sind die Besonderheiten oder wo siehst Du Vor- oder Nachteile hierbei? 
Daniel: Da ich weder Offense Coordinator noch Defense Coordinator bin, sehe ich auf dem Feld keine Nachteile. Offense Coordinator und Runningback, dabei bestünde für mich die Gefahr, dass man sich selbst überschätzt und den „Helden“ spielen möchte. Als Offensespieler höre ich auf meinen Offense Coordinator. Wenn ich raus soll, dann gehe ich auch raus. Ich gestalte die Hierarchie im Trainierstab und in der Mannschaft sehr flach. Ich denke, das hilft dabei Konflikte oder Probleme als Spielertrainer zu verhindern. Dennoch wissen meine Spieler, dass ich mir jederzeit das Recht rausnehmen kann, selbst aufs Feld zu gehen. Das hab ich bis jetzt zwei oder drei mal in Specialteams gemacht. Die Bilanz dieser meiner Entscheidungen kann sich zum Glück sehen lassen. Einen Vorteil sehe ich nicht, wenn man als Spielertrainer selbst auf dem Platz ist. Es ist immer besser, wenn jemand von außen das Spielgeschehen lenkt. Ein Außenstehender sieht mehr als jemand der auf dem Feld steht.
 
Oliver: Du hast einiges im Football als Spieler erreicht, die Auszeichnungen sprechen für sich. Die Position des Runningbacks wird häufig in den höheren Ligen durch Amerikaner besetzt. Welchen Tipp hast du für mich, damit ich ein guter Runningback werden kann?
Daniel: Meine Trainingsbeteiligung seit 1999 liegt sicherlich bei 98%. Außerdem habe ich noch zusätzlich bei der Unimannschaft trainiert und gespielt. Ich glaube im Training „11 gegen 11“ zu spielen ist das Wichtigste. Nur so kann man, unabhängig von der Positionen, besser werden. Zudem muss man sich auch außerhalb des Trainings mental mit den Spielzügen und vor allem den Spielsituationen beschäftigen. So gewinnt man Sicherheit auf dem Platz. Ein wenig Talent und viel Spaß an der Sache sind ebenfalls wichtig. Dann ist man nämlich auch mal so bekloppt und übt an Brückenpfeilern und im Wald das Rausdrehen, schnelle Richtungswechsel und das Springen über Gegner. All das hat für mich, wie es mein alter Head Coach Dirk Ruloffs einmal gesagt hat, dazu geführt, dass ich weit über mein gegebenes Talent gespielt habe.
 
Oliver: Du unterrichtest als Lehrer auch Sport in einer Realschule in Paderborn. Hier steht die Pädagogik im Vordergrund. Beim American Football wird häufig der Bezug zum Militär gezogen. Wie kannst Du die Gegensätze vereinigen oder wie klappt das in der Praxis? 
Daniel: In meiner Schule bin ich als Lehrer bekannt, der klare Ansagen macht. Ein gewisses Maß an Disziplin und gutem Verhalten sind in der Schule auch wichtig, damit Verletzungen im Sportunterricht vermieden werden können. Allerdings setzte ich das nicht (nur) durch drakonische Strafen oder eine übermäßige Autorität durch. Ich vermittle den Schüler*innen, dass ich selbst Spaß an der Sache habe und versuche ein gutes Vorbild zu sein. Für einen Footballtrainer gebe ich dagegen wohl ein wesentlich „weicheres“ Bild ab. Allerdings gilt auch hier, dass ich als Vorbild wirken möchte und so die Mannschaft in die richtige Richtung bringe. Nur, weil ich als Head Coach die Spieler stramm stehen lasse oder sie anschreie, werden sie nicht besser. Man muss mit den - meistens jungen – Leuten auch pädagogisch arbeiten. In meinen 20 Footballjahren habe ich da einiges an Versagen erlebt. Ich kann nicht verlangen, dass die Spieler mit dem Kopf im Spiel sind, wenn ich selbst nur an der Sideline quatsche. Ich kann nicht verhindern, dass die Spieler sich dem Schiedsrichter gegenüber respektlos verhalten, wenn ich selbst nicht den nötigen Respekt zeige. Ich muss bereit sein Ansagen umzusetzen, auch wenn ich selbst als Spieler davon betroffen bin. Und ich muss vor der Mannschaft und einzelnen Spielern und Trainern auch von selbst aus zugeben, dass ich einen Fehler gemacht habe. Weder als Lehrer noch als Trainer bin ich ein gottähnliches Wesen. Das muss allen am Spiel beteiligten bewusst sein. Aber ein Spieler muss auch wissen, wann es Zeit ist ruhig zu sein. In diesem Spannungsfeld muss man dann versuchen das Beste für alle zu erreichen. Mit diesen Dingen habe ich - denke ich zumindest – ein diszipliniertes Team geformt, was mich bis jetzt in meiner Arbeit bestätigt.
 
Oliver: Zum Abschluss noch eine Frage zum Testspiel gegen deinen alten Verein, die Paderborn Dolphins. Du kennst das Playbook und Spieler. Deshalb kann meine Frage nur lauten: Wie hoch gewinnt ihr? ;-)
Daniel: Ich kenne nur noch wenige Spieler, weil Paderborn in den letzten Jahren einen enormen Umbruch erlebt hat. Das begann schon nach der Saison 2016. Viele alte Spieler sind gegangen. Dafür sind neue Spieler aus der Jugend hochgekommen, die mit mir nie auf dem Feld gestanden haben. Auch der Offense Coordinator und Defense Coordinator sind neu. Von daher kann ich leider nicht wirklich von meiner „Dolphinserfahrung“ profitieren. Wir möchten den Dolphins schon ganz gut Paroli bieten. Ich bin auch davon überzeugt, dass wir zumindest mit der D-Line die ein oder andere Aktion zeigen können. In der Offense werden wir auch ein paar interessante Dinge zeigen, die hoffentlich für ein wenig Sorgenfalten bei den Paderbornern sorgen werden. Ich hoffe einfach, dass dieses Spiel viele Zuschauer nach Lippstadt lockt, um uns noch bekannter zu machen. Mit gutem Football und unserem Rahmenprogramm können wir dann hoffentlich ein paar neue Stammzuschauer gewinnen.
 
Oliver: Dafür drücke ich euch die Daumen und vielen Dank für das tolle und sehr informative Interview! Wir werden immer wieder mal von euren Spielen berichten. Hast du ein paar Schlussworte für uns?
Daniel: Ja, ich wünsche allen Footballfans eine spannende Saison 2019 und hoffe, dass man sich mal in Lippstadt im Waldschlösschen sieht.
 
Oliver Jungnitsch führte das Interview mit Daniel Greitens für fands/NRW Football. Wer weitere Informationen zu den Lippstadt Eagles sucht, wir haben sie hier verlinkt. 
 

Mit den Brilon Lumberjacks verbinde ich eine besondere Beziehung, denn als sie das Licht der Welt erblickten, war ich hautnah dabei. Selten habe ich soviel Motivation und Spass auf einmal beim Training von Rookies gesehen (hier ist der Beitrag zum ersten Training verlinkt). Heute konnte ich mit Chris Weaver sprechen und ihm ein paar Fragen zu seiner neuen Aufgabe und den Lumberjacks stellen. Chris war schon beim ersten Training dabei. Er kam mit Axel Höpfner von den Hamm Aces und war zunächst Defense Coordinator. Seit November 2018 ist er der Head Coach der Brilon Lumberjacks. Chris erlernte den American Football bei den Lippstadt Whales und wechselte noch in der Jugend zu den Paderborn Dolphins. Bei den Herren spielte er lange Zeit bei den Hamm Aces bevor er als Spielertrainer nach Brilon ging. 

OJS 6112 Arbeitskopie 2 2016 10 16 OJS 6112

Chris Weaver ist seit November 2018 der Head Coach der Brilon Lumberjacks (Archivbild ©Oliver Jungnitsch)

Oliver - F(and)s Am Anfang der Lumberjacks stand eine Wette um einen Kasten Bier (Link zum Beitrag), heute spielt ihr nach dem Aufstieg im zweiten Jahr in der Landesliga. Was hat sich verändert und was ist von der „Gründerzeit“  geblieben? 
Chris Weaver: Ich denke seit der Gründung sind wir um viele Erfahrungen, positiv wie negative, reicher geworden. Ebenso sind mittlerweile viele Dinge deutlich strukturierter und professioneller bei uns im Verein. Aus der Gründungszeit sind noch einige Leute aktiv als Spieler oder im Vorstand aktiv, aber natürlich sind über die Jahre etliche neue Gesichter hinzugekommen. Das Erfreuliche ist, den Großteil dieser Gesichter sieht man heute noch im Verein. Wir haben es geschafft aus einer Bierlaune heraus einen Verein aufzubauen und zu etablieren, der ein großes Seniorenteam, ein Flag Team und eine Chearleaderabteilung besitzt. Darauf können alle Beteiligen stolz sein, denke ich. 
 
Oliver: Das denke ich auch! Da soll mal einer sagen, Bier kann nichts gutes bewirken. Was mir immer wieder auffällt ist: Ihr bekommt große Aufmerksamkeit und dadurch wohl auch viele Sponsoren. Kannst du uns das Geheimnis verraten, wie macht ihr das? 
Chris: Wir sind im HSK (Hochsauerlandkreis) etwas Neues und Einmaliges. Dadurch sind wir für viele Menschen in der Region erst einmal interessant. Das sind zum Teil Menschen, die schon lange footballbegeistert sind und nun vor Ort die Möglichkeit haben, Football zu erleben. Das sind vor allem aber auch sehr viele Menschen, die noch nie einen Berührungspunkt mit dem Sport hatten, aber bei einem unsere Gamedays an der Jakobuslinde „Blut geleckt“ haben. Das bringt mich dazu, mich bei allen Fans, Sponsoren, Unterstützern und auch bei der Stadt Brilon zu bedanken. Ohne diese großartige Unterstützung wären wir nicht dort, wo wir jetzt stehen. Ich denke, wenn es ein Geheimnis gibt, dann ist es das Zusammenspiel von richtigen Entscheidungen, zum richtigen Zeitpunkt, durch die richtigen Leute und auch ein Quäntchen Glück gehört dazu. 
 
Oliver: Glück ist ein gutes Stichwort. Das hättet ihr im letztem Jahr gebrauchen können. Sportlich konntet ihr nicht so glänzen, denn Ihr habt nur ein Spiel gewonnen. Woran habt ihr in der Offseason besonders  gearbeitet, damit es in diesem Jahr besser läuft? 
Chris: Wir waren in letzen Jahr sportlich nicht besonders erfolgreich, das ist richtig. Nichtsdestoweniger haben uns auch die Niederlagen wichtige Erkenntnisse eingebracht. Ich bin der Meinung, ein Team muss neben dem Willen gewinnen zu wollen, auch die Fähigkeit besitzen, verlieren zu können ohne bei auseinander zu brechen. Ich möchte die letzte Saison als „charakterbildend“ bezeichnen. Durch den Kanadier, Lance Heron, hatten die Lumberjacks in der zweiten Jahreshälfte einen großartigen Coach an ihrer Seite, der neben dem Coaching der Spieler vor allem die Coaches ausgebildet und verbessert hat. Vieles von dem, was das Team jetzt ausmacht, ist ihm zu verdanken. Wir sind in allen Mannschaftsteilen sowohl quantitativ, als auch qualitativ gewachsen. Wir besitzen einen knapp 60 Mann großen Kader und einen, im Vergleich zum letzen Jahr, gewachsenen Coaches Staff. Alles im allem stimmt mich unsere Entwicklung positiv und  freue mich auf die neue Saison. 
 
Oliver: Wir freuen uns auch darauf. Apropos neue Saison, welches sind deine Ziele mit den Lumberjacks in 2019? 
Chris: Das ist meine erste Saison als Head Coach. Man muss berücksichtigen, dass ich bei dem Wechsel vom Defense Coordinatior zum Head Coach selbst noch viel lernen musste und muss. Daher sind meine persönlichen Ziele sehr bescheiden. Ich möchte mit den Jacks einen positiven Record erzielen. Das heißt, mehr Spiele gewinnen als verlieren. Das mag vielleicht nicht sonderlich ehrgeizig erscheinen, jedoch denke ich von Spiel zu Spiel. Natürlich habe ich nichts dagegen, wenn am Ende der Saison mehr als „nur“ ein positiver Record steht. Aber wie gesagt, ich denke von einem Spiel zum nächsten Spiel. Am Ende sehen, wo wir in der Tabelle stehen. 
OJS 7070 2016 10 16 OJS 7070
Chris Weaver (links) als Spieler mit Glenn Holloway beim Scrimmage in 2016 von den Brilon Lumberjacks und den Duisburg Seahawks (Archivbild ©Oliver Jungnitsch)
 
Oliver: Du hast die Veränderungen im Coaching Staff angesprochen, wer unterstützt dich aktuell in deiner Arbeit?
Chris: Ich bin sowohl Head Coach, als auch Defense Coordinator. Mein Offense Coordinator ist Christian Stuhldreier, der gleichzeitig auch die O-line trainiert. Der Special Teams Coordinator ist Tobias Harting. Als Postionscoaches haben wir Sebastian Spiess für die D-line, Michael Groß und Julius Hilbich für die Linebacker, Frederik Emder ist für die DB’s zuständig und Rico Schwarck für die WR’s. Die Jungs sind alle noch recht neu im Trainergeschäft, jedoch sind alle sehr engagiert und motiviert. 
 
Oliver: Wenn man den Informationen im „Netz“ trauen kann, dann ist das Schützenfest das wichtigste Fest in Brilon. Folglich wird der  Schützenverein der „größte“ Konkurrent im sportlichen Bereich für euch sein. Was macht ihr um das zu ändern? 
Chris: Hehe, ja das stimmt! Schützenfeste und auch de Karneval sind sehr präsent im Sauerland. Da ich selbst nicht aus dem Sauerland stamme, nicht dort lebe und auch in meiner Heimat nichts mit diesen beiden „Jahreszeiten“ zu tun habe, war das erst einmal ein Lernprozess (grinst). Mittlerweile ist aber auch das für mich kein Problem mehr. Die Spieler sind motiviert genug auch zu diesen besonderen Zeit im Jahr „Vollgas zu geben“. Unser Spirit  und Teamgeist spricht sich rum. Wir suchen natürlich dennoch neue Interessenten, sowohl für das Herrenteam im Tacklebereich, als auch für das Flag Football Team (ab 15 Jahren). Auch neue Chearleader sind gerne gesehen. Interessierte können sich über unser Facebook-Seite, über Instagram oder über unsere Homepage informieren oder mit uns Kontakt aufnehmen. Hier gibt es auch die aktuelle Trainingszeiten und generelle Informationen zu den Lumberjacks. Zu einem Probetraining kann jeder Interessierte jederzeit kommen, wir bitten, damit wir eine bestmögliche Betreuung gewährleisten können, um eine kurze Anmeldung über die genannte Kanäle. Ebenso planen wir unseren alljährlichen „Lumberjacks day“. Das ist ein Tag an dem „Frischlinge“ American Football ausprobieren können, aber den kennst du ja, ihr wart auch schon einmal dabei. Hier sind wir noch in der Planung, aber es wird kurzfristig weitere Informationen von uns geben. 
 
Oliver: Stimmt, da waren Nick und ich bei euch und haben von dem Tag berichtet (Link zum Lumberjack day). Es ist war ein tolles Event. Es waren viele Leute vor Ort, die zuvor noch keinen Kontakt zum American Football hatten. Wie bist du eigentlich zum Football gekommen und woran erinnerst du dich gern zurück?
Chris: Durch den Super Bowl XXXV bin ich zum Football gekommen. Dies war der Erste den ich damals gesehen habe. Ich war von der dominanten Performance der Baltimore Ravens Defense begeistert, allen voran von Ray Lewis. Da habe ich mit dem Football angefangen. Über die Jahre, es sind ja mittlerweile schon einige, habe ich viele interessante und verrückte Persönlichkeiten getroffen. Footballer sind schon ein wenig „gestörter“,  als der Durchschnittsbürger. Unter all diesen Mitspielern und Coaches waren viele, von denen ich mir etwas angenommen und abgeschaut habe. Mit manchen von Ihnen, zum Beispiel mit Axel (Höpfner) bin ich seit über 10 Jahren befreundet. Neben all den Geschichten die man sich auch nach 10-15 Jahren erzählt und vermutlich auch noch in nächsten 20 Jahren, wie  die Camps, Auswärtsfahrten, den Siegen aber auch den Niederlagen stechen für mich zwei Dinge besonders heraus. Da wäre zum Einen das Jahr 2014 und die Meisterschaft mit den Hamm Aces. Damals war Michael Hap der Head Coach, heute ist er bei den Langenfeld Longhorns. Zum Anderen ist es der erste Sieg mit den Brilon Lumberjacks. Es war gegen die Herne Black Barons im Jahr 2017. Wenn ich so drüber nachdenke, Football ist schon `ne verdammt geile Sache! (lacht)
 
DSC 8832 Arbeitskopie 2 2017 05 21 DSC 8832
Erster Sieg mit den Lumberjacks (Mitte mit der #99 - Chris Weaver) - Archivfoto ©Nick Jungnitsch
 
Oliver: Stimmt! Sonst wäre es auch Rundball. Zum Abschluss: Für mich sind die Jacks ein besonderer Verein, Steve Jobs würde vielleicht sagen, es sind „the crazy ones“ (Link). Zum Beispiel wird bei besonderen Aktionen im Spiel das Geräusch einer Kettensäge eingespielt. Kein Verein in allen Ligen empfängt uns herzlicher als ihr, ihr habt Fan- oder Teamfreundschaften die ihres gleichen suchen und so weiter. Mich würde es, bei dem Sponsor (eine Brauerei) auch nicht wundern, wenn Bier in den Gatoradefässern wäre. Spass beiseite! Ihr seid ein gut geführter Verein, aber ein einzigartiger Verein. Kannst du anderen erklären, warum die Lumberjacks so anderes, besonders  und so ein liebeswerter Verein sind?
Chris: Ich denke die Lumberjacks sind deshalb so einzigartig, weil sie mit (wie auch bestimmt viele andere Teams) viel Herzblut, viel Engagement, auf dem kurzen Dienstweg und von Menschen geführt werden, die sich seit mehr als 10 Jahren kennen und auch diese Zeit gemeinsam in der Footballwelt verbracht haben. Da stimmt die Chemie einfach! Auch wenn es andere Ansichten gibt, wird das große Ganze, nämlich das Team, nicht aus den Augen gelassen. „There’s no I in Team“ ist so eine ausgelutschte alte Weisheit, aber sie ist einfach wahr. Bei uns zählt nur das ganze Team, Egotrips haben bei uns keine Chance! Dazu kommt, ich als nicht Sauerländer behaupte, wie du übrigens auch: die Sauerländer sind ein besonderer Schlag Menschen. Diese liebenswerte, manchmal bisschen ruppige Art, macht es sehr angenehm, diese Truppe zu führen. Dazu gehören natürlich auch die Kettensägengeräusche im Heimstadion, wenn unsere Defense den gegnerischen Quarterback sackt, die Jerseys in Holzfällerhemdoptik oder das der MVP des Spieles im nächsten Spiel beim Einlauf eine Axt mit auf das Feld bring. All das macht die Lumberjack einzigartig! 
 
Oliver: Ich möchte bis bald sagen und mit mit euerem Hashtag schließen: #belikejack 
Chris: Ihr seid immer gerne gesehen!
 
Oliver Jungnitsch führte das Interview mit Chris Weaver für fands/NRW Football. Wer weitere Informationen zu den Brilon Lumberjacks sucht, wir haben sie hier verlinkt. 
 

Wenn man an das Sauerland denkt, dann ist American Football noch nicht die erste Assoziation. Hier in Hagen, bei den Sauerland Mustangs arbeitet man seit Jahren an dem Aufbau des Sports in der Region. Es wird einiges getan, um den Sport einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Mir imponieren die guten Aktionen der Mustangs, die immer wieder Kinder und Menschen mit Handikap in den Gameday einbinden. Heute konnten wir Sascha Heitfeld für ein Interview gewinnen.

OJS 3201 1

Sascha Heitfeld Head Coach der Sauerland Mustangs (Archivfoto: ©Oliver Jungnitsch)

Sascha war schon Spieler, als viele noch nie etwas vom American Football gehört haben. Er spielte in den 80er und 90er Jahren u.a. bei den Dortmund Giants, Herdecke Bandits, Duisburg Flames, Hagen Oaks, Mülheim Ruhr Broncos, Recklinghausen Chargers, Cologne Crocodiles und Falcons. Als Trainer bei den Sauerland Mustangs begann Sascha zunächst als D-Line Coach, dann stellvertretend als Defensive Coordinator. Seit Anfang der letzten Saison ist er nun Head Coach der Sauerland Mustangs. 

Oliver: Nach Jahren in der Landesliga seid ihr 2017 endlich in die Verbandsliga aufgestiegen. Wie passt ihr euch an die gestiegenen Anforderungen an?
Sascha Heitfeld: Die vergangene Saison war leider nicht nur vom Aufstieg geprägt, sondern auch von einem Neuaufbau, da viele Coaches den Verein verließen und der Kader stark geschrumpft war. Es galt also, eigentlich in allen Bereichen neue Grundlagen zu schaffen, und das in einer höheren Liga. Vor diesem Hintergrund war es eine großartige Leistung aller Mustangs am Ende punktgleich mit etablierten Mannschaften wie Mülheim und Hamm in der Tabelle zu stehen. Diese neu eingeschlagene Wege gehen wir weiterhin und entwickeln uns gemeinsam weiter.
 
Oliver: Um voran zukommen, muss man etwas tun. Wie sieht denn bei den Sauerland Mustangs eine übliche Trainingswoche aus?
Sascha: Zur Zeit haben wir drei Einheiten pro Woche und arbeiten vermehrt an der Etablierung der Playbooks.
 
Oliver: Drei Einheiten sind prima! Diese Möglichkeiten sind nicht überall gegeben. Obwohl ich häufiger gelesen habe, dass ihr Probleme mit dem Trainingsplatz oder dem Stadion habt. Fußball ist leider überall wichtiger. Wie sieht es aktuell aus?
Sascha: Richtig, Fußball ist leider überall wichtiger. Es gab da schon einiges Hin und Her, aber letztlich wurde doch eine vernünftige Lösung gefunden. Leider ist das ja bei vielen Vereinen immer mal wieder ein Thema.
 
Oliver: Durch die Berichterstattung im FreeTV erhält  American Football ein breiteres Publikum. Bemerkt ihr einen größeren Zulauf? Kommen viele Rookies zu den Mustangs?
Sascha: In diesem Winter hatten wir einen ganz ordentlichen Zulauf. Wir haben allerdings auch von uns aus in Sachen PR viel unternommen. Die erhöhte Aufmerksamkeit in den Medien ist sicherlich prima. Wie weit aber die deutschen Vereine davon profitieren, bleibt abzuwarten.
 
Oliver: Stimmt! Sucht oder benötigt ihr noch Spieler? 
Sascha: Wir sind immer auf der Suche nach neuen Talenten. Auch wenn erfahrene Spieler von sich aus den Weg zu uns finden würden, wären sie uns natürlich mehr als herzlich willkommen, aber wir werben grundsätzlich keine Spieler bei anderen Vereinen aktiv ab.
 
Oliver: Das ist schon teilweise ein eigener Sport geworden. Lass uns das Thema besser nicht vertiefen. Lass uns lieber über die Saison 2019 sprechen. Welche Ziele setzt du dir, inklusive deinem Coaching Staff und der Mannschaft? 
Sascha: Die Saison 2019 wird sehr spannend für die Mustangs, da mit Siegen und Recklinghausen beide Absteiger aus der Oberliga in unserer Gruppe gelandet sind. Hinzu kommen die hoch ambitionierten Lippstädter aus der Landesliga und mit Hamm und Bochum zwei Teams, die uns im vergangenen Jahr alles abverlangt haben. Ein Platz im oberen Tabellendrittel wäre großartig.
 
Oliver: Es wird ein Scrimmage mit den Falcons und den Brilon Lumberjacks geben. Dazu habe ich gleich zwei Fragen: Warum macht ihr es so und kein Testspiel? Meines Wissens gibt es in den gesamten Ligen nicht so eine Fanfreundschaft wie mit Euch und den Lumberjacks. Wie ist sie entstanden oder wie ist die Geschichte dazu?"
Sascha: Zur Vorbereitung bestreiten wir auch noch „richtige“ Testspiele. Den Auftakt macht aber der gemeinsame Tag mit den Jacks und Falcons. Ich finde, dass das ein guter Einstieg in die Spielpraxis ist, bei dem man in aller Ruhe analysieren und korrigieren, und die Belastung dann langsam steigern kann. Mit den Lumberjacks haben wir eher eine Team- als Fan-Freundschaft. Als ich vor 30 Jahren mit dem Football begonnen habe, war Football-Deutschland noch sehr übersichtlich. Aus dieser Zeit kannte ich noch Axel Hoepfner, jetzt Vorstand, damals noch Coach der Lumberjacks. Als ich die Mustangs übernommen habe, hat mir Axel sehr geholfen und wir haben uns regelmäßig ausgetauscht. Daraus ist dann irgendwann der erste gemeinsame Trainingstag entstanden, bei dem sich Trainer wie Spieler auf Anhieb prima verstanden haben. Es folgten weitere gemeinsame Trainingscamps und irgendwann haben wir damit begonnen, uns regelmäßig bei unseren Spielen gegenseitig zu unterstützen, wenn es der Spielplan zulässt. Ich weiß nicht, ob das einzigartig ist, aber sicherlich gibt es so etwas viel zu selten. Regelmäßiger Austausch und gegenseitige Unterstützung, ist meiner Meinung nach, jedenfalls deutlich zielführender, als wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht. Und mit den Lumberjacks haben wir großartiger Weise einen Partner, der das genauso sieht.
 
Oliver: Das kann ich nur bestätigen und mich für das Interview bedanken. Ich denke, wir werden uns am 10.03.2019 bei euerm Scrimmage sehen. Bis dahin.
Sascha: Wir freuen uns und bis bald!
 
Oliver Jungnitsch führte das Interview mit Sascha Heitfeld für fands/NRW Football. Wer weitere Informationen zu den Sauerland Mustangs sucht, wir haben sie hier verlinkt. 
 

Gestern hat uns Cevin Conrad, der Head Coach der Solingen Paladins empfangen. Aber nicht irgendwo, sondern auf „seiner“ Burg, nämlich auf Schloss Burg an der Wupper. Cevin’s Tag muss irgendwie länger sein als der „normaler“ Leute, denn neben Beruf, Familie, Coach für American Football, Baseball, Basketball und Fechten, veranstaltet er Führungen auf Schloss Burg und im Klingenmuseum (Solingen).  Nick interviewte den US-Amerikaner, der seit rund 31 Jahren Aufbauarbeit in Deutschland im Bereich des American Football leistet. Es war ein besonderes Interview  an einem besonderem Ort mit einem besonderen Menschen.

Cevin Conrad 0009 2019 03 0910 46 20

Cevin Conrad betreibt seit über 30 Jahren Aufbauarbeit im Bereich American Football (Foto: ©Oliver Jungnitsch)

Nick für F&S: Hier ist Nick Jungnitsch und ich sitze hier mit Cevin Conrad. Er ist der Head Coach der Solingen Paladins und ich danke dir, dass du dir die Zeit für uns genommen hast.
Cevin Conrad: Ach, das ist mir eine große Freunde (lacht)!
 
Nick: Du bist jetzt seit November 2016 der Head Coach der Paladins und bist hier in Deutschland seit über 30 Jahren als Footballcoach tätig. Ich möchte nur einige deiner vielen Stationen aufzählen: du warst in Bielefeld, Hamm, Köln, Düsseldorf und Paderborn. Auch außerhalb der Vereine hast du Spuren hinterlassen: so hast du auch die Jugendnationalmannschaft gecoacht. Daher möchte ich zu allererst wissen, woran erinnerst du dich besonders gerne zurück.
Cevin: Das schönste im Leben ist die Zeit, die man mit Spielern und Trainern verbracht hat. Auswärtsfahren. Wir haben Spiele gewonnen. Es sind die Beziehungen zu den Spielern und Trainern, die über die Jahre aufgebaut wurden. Ich bin jetzt schon so lange in Deutschland, dass die  Spieler mit denen ich angefangen habe, schon Eltern wurden und diese Kinder haben auch Kinder bekommen.  Auch die jüngsten Kinder lernen bereits American Football, also ich bin ein „Coaching-Opa“ von den ehemaligen Spielern. Dies ist sehr interessant zu sehen. Sportlich: damals habe ich die Jugendnationalmannschaft gegründet, in riesigen Stadien gespielt, deutsche Meisterschaften gewonnen. Aber es sind auch die kleinen Dinge, zum Beispiel einen jungen Spieler zu sehen, der noch nie Football gespielt hat und wie er sich entwickelt. Wenn er dann einen super Block oder Tackle setzt, das erfreut mich auch.
 
Nick: Neben deiner Tätigkeit als Coach im Football bist du auch im Baseball aktiv. Wie kann man die beiden Sachen vergleichen? Gibt es mehr Gemeinsamkeiten oder eher Unterschiede?
Cevin: Was sehr interessant ist beim Sport, ich war auch Basketballtrainer, Baseballtrainer in der Bundesliga und Fechttrainer, es gibt überall gleiche Strukturen. Früher war ich im Hochleistungssport im Fechten tätig, das ist auch der Grund, warum ich nach Deutschland gekommen bin. Sport an sich ist strukturiert, auch die Effizienz ist übertragbar von Sportart zu Sportart, genau so wie die Techniken, das Zeitmanagement und die Motivation. Man kann aus den verschiedenen Sportarten  Ideen übertragen oder ergänzend einsetzen. Damit kann man die Sportler pushen und sie verbessern. Zum Beispiel beim Baseball: hier gibt es immer eine Pause, ähnlich wie beim Huddle im Football. Die kann man nutzen, um die Defense anders strukturieren. Man lernt im Baseball ständig zu kommunizieren. Weil sie miteinander reden, wissen die Spieler, dass sie den Ball direkt nach rechts werfen müssen oder zurück zum Pitcher. Das kann man in den Football übernehmen und den Defensespielern beibringen, miteinander zu sprechen. Das ist auch kein Geheimnis, wenn der Spieler sagt: „Ich nehme ihn oder ihn“,  so sind die Dinge austauschbar. 
 
Nick: Wo legst Du Deinen Schwerpunkt im Coaching?
Cevin: Als Head Coach auf die Organisation und Struktur. 
 
Nick: Man liest viel, das Vereine Testspiele machen. Was denkst Du darüber? 
Cevin: Zuerst darf man nicht vergessen, dass wir „Hobbyspieler“ sind. Ich hasse den Begriff „Hobby“, aber wir sind keine Profispieler! In Amerika, in den Highschools, trainieren sie fünfmal pro Woche bei nur 10 Spielen. Die Universitäten haben 11 bis 12 Spiele, aber wir spielen aus irgendeinem Grund 14 und geht wirklich auf die Knochen. Wenn du dann noch ein bis zwei Spiele hinzuaddierst, dann sind wir im NFL-Profi-Bereich. Aber unsere Jungs arbeiten nebenbei, ähm, trainieren nebenbei, daher versuche ich Testspiele zu vermeiden. Aber in diesem Jahr spielen wir tatsächlich ein Testspiel gegen die Schwäbisch Hall Unicorns. Wenn wir schon eins machen, dann messen wir uns gegen die Nummer ein in Europa. Das ist das beste Training, das man machen kann. Die (Unicorns) haben eine sehr gute Struktur. Die Jungs werden super trainiert und haben eine hervorragende Technik. Jeder Block oder jeder Tackle, den wir gegen den Meister machen, zeigt uns, was wir können. Man kann nur von den Besten lernen. 
 
Nick: Es gab Veränderungen bei euch im Kader. Mit Nate Desemone und Dorian Stanard hast du zwei Amerikaner als Verstärkung für die Defense bekommen und mit Patrick Poetsch einen Runningback/Fullback verloren…
Cevin: Nein! Das ist eine Fehlinformation oder wenigstens teilweise. Nate spielt in der Defense und Dorian spielt in der Offense. Und Patrick Poetsch ist immer noch bei den Solingen Paladins. Er hat die Möglichkeit, so etwas wie ein Auslandssemester zu machen. Er geht nach Österreich. Dort wird er in der ersten Hälfte  der Saison spielen. Patrick und ich haben im Winter drüber gesprochen und ich finde es ist eine tolle Möglichkeit und habe ihn ermutig, das einmal zu machen. Nach ein paar Spielen ist wieder zurück im Kader. Patrick trainiert immer noch bei uns. Ich denke, man muss den Spielern die Möglichkeit geben, ihren Horizont zu erweitern und andere Sachen auszuprobieren. Patrick ist immer noch ein Paladin, der ist ein bergischer Junge.
 
Nick: Danke für die Aufklärung und Richtigstellung. Wie sieht denn dein Coaching Staff für dieses Jahr aus?
Cevin: Das Team verändert sich nicht zum letztem Jahr. Ich habe Tim Rüttgers als Defense Coordinator, Michael Tiedge und Giuliano Schürrer als DB-Coach, Maik Odenhoven und Mustafa Somuncu für die Linebacker, Torsten Kowalewsky trainiert die Quarterbacks, Farid Jansen macht das Training für die O-Line, Martin Wagner für die Running Backs und Dennis Odenhoven für die WR. Rene Neuzig, ehemaliger Worldleague-Spieler macht unsere D-Line. Wir haben auf jeder Position ein bis zwei Coaches und sind somit sehr gut besetzt. Es macht sehr viel Spass mit ihnen. Wir tauschen uns viel aus, dabei geht auch viel über das Internet und die Software „hudl“. Und in den nächsten Wochen werden wir noch weitere Coaches dazubekommen. 
 
Nick: Da kann man gespannt sein. Am 27.04.2019 spielt ihr gegen die Hannover Spartans. Was erwartest Du zum Saisonstart im eigenen Stadion?
Cevin: Was meinst was erwartet ich? (Lacht) Ich erwarte ein volles Stadion. Zum Glück spielen wir in der Jahnkampfbahn, wir nehmen hier unsere Festung ein. Das Station ist ein historisches Bauwerk und es kommen bestimmt wieder um die 1.500 Zuschauer, richtige Zuschauer, nicht so „Pi mal Daumen“. Super Stimmung, das ist meine Erwartung an das erste Spiel. Für die Zuschauer erwarte ich ein tolles Spiel.
 
Nick: Ihr habt im letztem Jahr den zweiten Platz erreicht, ihr wollt euch bestimmt um einen Platz in diesem Jahr verbessern oder was sind deine Ziele mit den Paladins in diesem Jahr? 
Cevin: Unsere Ziele sind ein bisschen anders, wir kommen nicht aus dem Fußballbereich und seiner Mentalität. Mein Ziel ist, und das klingt ein wenig abgedroschen, aber mein Ziel ist immer, das nächste Spiel zu gewinnen. Das war’s! Eine ganze Saison überblicke ich nicht! Es können Verletzungen hinzukommen oder andere Mannschaften haben ein großes Budget und können noch Spieler einkaufen, was ich nicht verhindern kann. Was ich aber tun kann, mich auf das nächste Spiel zu konzentrieren und die Jungs auf das nächste Spiel vorzubereiten. Wenn wir das Spiel gewinnen, dann setzen wir auf das nächste Spiel. Wenn wir Glück haben, dann können wir durch Arbeit und viel Schweiß ein ganze Reihe von Siegen erlangen und somit stehen wir ganz weit oben. Ich sage immer: wir gewinnen oder wir lernen. Das ist unser Weg: gewinnen und lernen, gewinnen und lernen und so weiter. Das wird uns peu à peu nach oben bringen. Aber ich kann nicht sagen, wir werden im nächsten Jahr erste Bundesliga spielen. Wer weiss? Klar, wäre es nett, wer will das nicht.
 
Nick: Wen würdest du denn als Favoriten für die GFL2 sehen, nach den Roster-Moves, Rostock hat enorm aufgerüstet, der akteullen Vorbereitung was du bisher überblicken kannst. Was denkst du?
Cevin: Ich denke, ich muss alle Team respektieren, die sind alle gut und spielen einen guten Football. Es macht Spass, sich mit den anderen zu messen. Wenn mein Ziel ist es, jedes Spiel zu gewinnen, dann sind wir Favorit. Wenn ich wetten muss, dann muss ich immer auf mein eigenes Team setzen. Ansonsten wäre es traurig. Rostock hat riesig aufgerüstet. Elmshorn hat auch riesig aufgerüstet. Aber man vergiss häufig, es sind immer nur 11 Mann auf dem Platz und es ist ein Teamsport. Es nicht wichtig, was man einkauft, es ist wichtig, dass das Team eine Einheit ist. Hier im Bergischen bauen wir auf die deutschen Spieler, auf uns selbst. Klar haben wir ein paar Imports, aber die heißen bei uns nicht so. Bei uns sind sie auch Paladins. Auch sie sollen sich zum Team gehörig fühlen. Unser Quarterback Danny Farley, auch aus Amerika, er hat vergessen das er Amerikaner ist. Er hat ein deutsches Mädel kennengelernt, hat sich verlobt und wird dieses Jahr heiraten. Für uns als Paladins ist der Nachwuchs wichtig, wir bauen auf unsere Jugend. Wir wollen, dass sich die Spieler hier wohlfühlen. 
 
Nick: Zum Abschluss interessiert mich besonders noch eines. Du bist aus dem Mutterland des American Footballs. Was muss sich hier verändern, damit der Football qualitativ noch besser wird? 
Cevin: Ich bin nicht nur aus dem Mutterland des American Football. ich begleite auch in Deutschland, den Prozess und seine Entwicklung. Konstanz ist wichtig. Wir sind kein Fußballverein, wir spielen keinen Fußball. Vereine müssen sich langsam aufbauen und nicht auf den schnellen Erfolg schauen. Das andere Problem ist, es ist noch ein Sport der von Ehrenamtlichen gemacht wird. Die Vereine werden meist ehrenamtlich geführt, es gibt wenige Ausnahmen. Die großen Vereine haben vielleicht ein paar Personen in Vollzeit angestellt. Das ist meist ein Trainer. Das ganze Drumherum, Stadionaufbau, Werbung, Presse: das was ihr macht, ehrenamtlich! Finde erstmal die Leute die Freizeit dafür haben und einsetzen. Wir brauchen mehr Leute, die das ergänzen. Wie auch bei den Vorständen, auch das sind Ehrenamtliche, die aus den verschiedensten Berufen kommen. Sie sind meist einmal oder alle zwei Wochen beim Meeting. Versuche mal einen Verein von 200, 300, 400, 500 oder 600 Leuten zu führen, die brauchen mehr Unterstützung. Und dann, unsere „Oberhäupter“, die von dem großen Verband, der wächst und entfernt sich vom Volk. Das auch ist ein großes Problem, denn die Spieler spielen den Sport und die Trainer trainieren sie. Die Spieler müssen konstant gefordert werden und ihnen muss die Möglichkeit geben Nationalmannschaft zu spielen. Insgesamt muss alles stabiler werden und man muss mehr miteinander zusammenarbeiten. Zum Beispiel einen Pool bilden, für die Gewinnung von Sponsoren, vielleicht sogar für eine ganze Liga. Damit es insgesamt finanziell besser wird, damit wird es für den American Football einfacher wird sich zu entwickeln. Aber was toll ist: Pro7 und Pro7maxx. Wir  sehen jede Woche Football. Dadurch bekommen wir mehr Zuschauer ins Stadion, da vom Fernsehen ein größeres Publikum angesprochen wird. Als ich nach Deutschland kam, da wußte keiner, was American Football war. Ich wurde immer gefragt: American Football Trainer was ist das? Rugby? Da hauen sich die Spieler die Köpfe ein, das ist gefährlich! Ich versuchte dann zu erklären: nein, das ist Schach auf dem Rasen. Die Bewegungen und der Kontakt ist mit Judo vergleichbar, des ist kein gewalttätiger Sport. Klar ist es ein Kontaktsport, aber bei dem man denken muss. Hier ist viel Training  und Wissen erforderlich, das wird gut durch das Fernsehen vermittelt. Das bringt Leute zu unserm Sport und hilft uns zu wachsen. Nicht zu vergessen, Leute wie euch, die ehrenamtlich arbeiten und den Sport bekannter machen. Toll!
 
Nick: Dann, vielen, vielen Dank für deine Zeit und deine Einblicke in Bereich American Football, gerade zu den Paladins. Vielen Dank!
Cevin: Gern geschehen! 
 
Nick Jungnitsch führte das Interview mit Cevin Conrad für fands/NRW Football. Wer weitere Informationen zu den Solingen Paladins sucht, wir haben sie hier verlinkt. 
 

Jan Kärner ist nicht nur Head Coach der Gelsenkirchen Devils

Jan Kärner

Jan Kärner beim Derby der Gelsenkirchen Devils gegen die Assindia Cardinals in 2018 (Foto: Nick Jungnitsch)

Bei Jan Kärner denkt man nicht unmittelbar an seine Trainertätigkeit bei den Devils, ich verbinde als Erstes mit ihm einen kompetenten, freundlichen und sehr fairen Berater im Fachhandel für American Football. So verwundet es nicht, dass ich bei ihm meine erste Footballausstattung gekauft habe. Jan war für längere Zeit Spieler bei den Bochum Cadets (2004 bis 2013) und ist für die Spielzeit 2014 nach Essen zu den Assindia Cardinals gewechselt. Seit dem Jahre 2015 ist er als Coach bei den Gelsenkirchen Devils tätig. Zunächst als Assistent Coach, ab 2016 als Offense Coordinator und seit Oktober 2016 ist der Head Coach der Gelsenkirchener. Heute haben wir Gelegenheit, mit ihm ein Interview zu führen.

Nick: Jan, bevor wir mit Fragen zu dir als Head Coach der Gelsenkirchen Devils anfangen, möchte ich die Gelegenheit nutzen und dich als Experten etwas fragen:  Welche innovativen Entwicklungen gibt es zur Zeit im Bereich des Equipments?
Jan: In den letzten Jahren haben die Hersteller viel daran gearbeitet ihre Produkte sicherer zu machen, ohne an Funktionalität und ihrer Kompaktheit einzubüßen. Dieses findet sich in den neusten Generationen der Helme und Shoulderpads wieder, was aber zu einem deutlich höheren Preis der Produkte führt. In den USA sind individuell gefertigte Helme gerade im Kommen. Hier werden über Sensoren in Helmen oder Scans des Kopfes die Innenleben der Helme auf den Kopf des Spielers angepasst. Diese Technologie wird in Europa noch auf sich warten lassen. 
 
Nick:Das klingt interessant. Kleine Anmerkung zu Helmen und den USA, du kannst in keinen Laden gehen und einen Helm kaufen, denn es gibt wohl keinen Markt dafür. Klingt verrückt, ist aber so. Man bekommt die Helme von der High School, College und dem Verein gestellt. Es ist ja auch das Mutterland des Footballs. In den letzten Jahren ist American Football hierzulande bekannter und beliebter geworden. Was kannst du den Jungs und Mädels mit auf den Weg geben auf was sie beim Kauf einer Ausrüstung achten sollten.
Jan: Der richtige Sitz des Helmes sollte eher im Vordergrund stehen, als der Hersteller der getragen wird. Weiter sollte man nicht blind im Internet bestellen und dann auf den Platz gehen, sondern mit Coaches oder Händlern sprechen, die einem beratend zur Seite stehen.
 
Jan Kärner und Nick Jungnitsch

Archivbild aus 2015: links im Bild Jan Kärner und rechts Nick Jungnitsch (Foto: Oliver Jungnitsch)

Nick: Stimmt, das kann ich nur bestätigen. Habt Ihr durch die Fernsehübertragungen im Verein einen größeren Zulauf von Neulingen?
Jan: In den letzten Jahren haben auch wir ein deutlich gesteigertes Interesse erfahren. Dieses Jahr hält es sich aber in Grenzen. 
 
Nick: Wie weit seid ihr in der Vorbereitung auf die neue Saison? Auf welche Trainingsinhalte setzt du zur Zeit den Schwerpunkt?
Jan: In den letzten Wochen stand die Installation von Plays in Offense und Defense im Vordergrund. Hier gibt es aber noch viel Arbeit zu leisten, bevor wir Anfang März ins Camp fahren, wo wir dann entscheiden mit welchen Plays wir in die Saison gehen. Dort werden Specialteams dann auch zweiter Schwerpunkt sein. 
 
Nick: Plant Ihr ein Testspiel oder ein Scrimmage zur Vorbereitung? Was denkst du über Testspiele denkst – ist es eher Fluch oder Segen?
Jan: Wir arbeiten gerade an einem Test im April aber hier sind Ort und Gegner noch nicht bekannt. Generell sind Testspiele ein Segen um Abläufe abzurunden und Fehler zu finden. 
 
Nick: Du hast als Nachfolger von Markus Kiepol Ende 2016 ein schweres Erbe angetreten. 2017 habt ihr den Aufstieg in die Regionalliga geschafft. Sportlich kannst du scheinbar hier viel in Gelsenkirchen bewegen. Nach dem ersten Jahr in der Regio, was erwartest du von der neuen Saison?
Jan: In den vergangenen Jahren durfte ich mit vielen engagierten Coaches und Spielern arbeiten, was uns dann den Erfolg gebracht hat in die Regionalliga aufzusteigen. Dafür bin ich sehr dankbar! Das zweite Jahr, nach einem Aufstieg, ist immer das Schwerste! Die Qualität und die Anforderung der Liga hat hier noch einmal zugenommen und wir arbeiten immer noch daran, uns an den Standard zu gewöhnen. 
 
Nick:Zwei Spiele werden auch in diesem Jahr für Dich etwas besonderes sein. Als Spieler warst Du 2014 in Essen. Die Cardinals haben damals in der GFL gespielt. Wie waren die bisherigen Derbys gegen die Assindia Cardinals für Dich? 
Jan: Die Ehre mit den Cardinals in der GFL zu spielen, hatte ich leider nicht mehr. Aber es war ein tolles Jahr, an das ich mich bis heute gerne zurückerinnere! Die "Derbys" der vergangen Saison waren sehr emotional. Als Aufsteiger möchte man sich beweisen und geht das Spiel vielleicht etwas verbissener an. Für dieses Jahr haben wir uns hier vorgenommen, zwei deutlich solidere Spiele abzuliefern. 
 
Nick: Ihr macht im Sommer ein „Playmakers Camp“. Kannst Du uns schon verraten, wer als Coach dabei sein wird und warum es sinnvoll ist mitzumachen?
Jan: In die Planung bin ich nicht mit eingebunden, somit kann ich zu dem Staff nichts sagen. Generell ist es aber immer gut neue Einflüsse und Ideen kennen zu lernen. Hier muss man dann nur filtern, was man für sich verwenden kann und was nicht. 
 
Nick: Wir werden uns in der Saison bestimmt sehen, ich freue mich drauf.  Jan, vielen Dank das du dir die Zeit genommen hast und unsere Fragen beantwortet hast.
Jan: Vielen Dank für das Gespräch!

 

Seite 1 von 13

Krefeld Ravens vs. Herne Black Barons

Krefeld Ravens vs. Herne Black Barons Krefeld Ravens vs. Herne Black Barons Krefeld Ravens vs. Herne Black Barons Krefeld Ravens vs. Herne Black Barons Krefeld Ravens vs. Herne Black Barons Krefeld Ravens vs. Herne Black Barons

Spendiere uns einen Kaffee

Du magst unsere Arbeit? Wenn ja, dann kannst du uns gerne etwas Spenden. Wir freuen uns über jeden Betrag. auch über einen symbolischen Kaffee! Vielen Dank!

Ihre Spende über:

AFC.pics

AFC 2019

Unser Fotodienst für deinen perfekten Gameday - startet im März 2019

NRW Football

NRW Football6

 

Alles über American Football  gibt es hier

© 2019 FandS.pics - All Rights Reserved.
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen