Mit Alexander Gonschor von den Minden Wolves sprachen wir unter anderem über O-Liner und die mangelnde Wertschätzung ihnen gegenüber, hudl und seinen Vorzügen und warum Angeln eine gute Ergänzung zum Football ist.

Alexander Gonschor (rechts) beim Training mit dem ehemaligen Head Coach der Minden Wolves Thomas Bonk (Foto: Volker Krusche - Minden Wolves)Alexander Gonschor (rechts) beim Training mit dem ehemaligen Head Coach der Minden Wolves Thomas Bonk (Foto: Volker Krusche - Minden Wolves)

Alexander ist in Cuxhaven (Niedersachsen) geboren. Von 2006 bis 2013 war er O-Liner bei den Schaumburg Rangers in Niedersachen. Nach einer Pause und einem Ausflug in eine andere Sportart, bei der ordentliches Gewicht verlor, wechselte er auf die Position des Linebackers. Hier spielte er 2016 und 2017 auch bei den Rangers.  Seit 2019 coacht Alexander bei den Herren der Minden Wolves die O-Line. In diesem Jahr kam noch die U19 dazu. Hier ist er Offensive Coordinator. 

Unsere erste Frage an Alexander war, wie er überhaupt zum Football gekommen ist. Hier ist seine Antwort: „Das ist eine Side Story. Du hast ja schon mitbekommen, dass ich das Angel mag. Im Jahr 2006 habe ich für das Angeln meinen Sportbootführerschein gemacht. Dabei habe ich jemanden kennengelernt, der bei den Schaumburg Rangers gespielt hat. Er hat mich mit zum Training genommen und seitdem bin ich von dem Sport angefixt.“ Auf meine Anmerkung, dass diese beiden Sportarten für mich so gar nichts miteinander zu tun haben, sagte Alexander: „Der Reiz liegt in der Unterschiedlichkeit der Sportarten. Wenn du dich im Training ausgepowert hast oder was nicht so toll beim Football geklappt hat, dann hast du dadurch die Möglichkeit dich ans Wasser zu setzen und Ruhe einkehren zu lassen. Da kannst du dir auch mal ein paar NFL-Profis anschauen, die gerne Angeln gehen, so auch Aaron Rogers.“ 

Alexander begann erst mit 20 Jahren Football bei den Schaumburg Rangers zu spielen und erklärt es so: „Zu der Zeit gab es Tageszeitungen und da war das Thema nicht so präsent. Werbung gab es auch nicht. Auch waren die Sozialen Medien noch nicht so weit. Das hat lange gedauert, bis der Sport mich gefunden hat.“ Bei dem Lebenslauf gibt es bei ihm eine Lücke und einen Wechsel der Position, daher wollten wir wissen, wie es dazu kam. Alexander antwortete so: „In meinem Sabbatjahr habe ich auf Kraft-Ausdauer gesetzt und habe dementsprechend die Pfunde purzeln lassen. Hier habe ich für den „Strongman Tough Mudder“ Lauf (Anmerkung: das ist ein Hindernislauf) trainiert.  Da hatte ich einfach Bock drauf! Da ich schon immer einmal Linebacker spielen wollte, habe ich dann gewechselt. Es macht auch Spaß, aber auf eine andere Art und Weise. Aber ich habe schnell festgestellt, dass mir die Offense besser gefällt und ich mich darauf konzentrieren möchte.“

Große Unterschiede im Leistungsbereich der beiden Bundesländer sieht er nicht. Was er aber in NRW besser sieht, ist die Förderung der Jugendteams. Hier macht insbesondere die GreenMachine eine gute Arbeit. Auch sind einige Vereine sehr stark bei dem Aufbau und Förderung der Jugendteams. Hier nennt er Paderborn Dolphins und Cologne Crocodiles. Sehr beeindruckt war Alexander von der Leistung der GreenMachine im Jahr 2019, denn er war Zuschauer des Jugendländerturniers in Oldenburg.  

Alexander Gonschor mit seiner Einheit, den O-Linern von den Minden Wolves (Foto: Volker Krusche - Minden Wolves)Alexander Gonschor mit seiner Einheit, den O-Linern von den Minden Wolves (Foto: Volker Krusche - Minden Wolves)

Nach seiner aktiven Karriere zog es ihn nach Minden zu den Wolves. Hier ist er auch wieder in seiner Unit, der Offense, zu Hause. Meine nächste Frage war: „Alexander, man sagt immer, dass die O-Liner besonders intelligente Menschen sind. Change my mind!“ Alexander muss lachen und antwortet: „Die O-Liner sind es und das muss auch so sein. Sie müssen jede Defense lesen, jede Blockart beherrschen. Dazu gehört bei ihnen nicht nur das spielerische Können, sondern auch die Athletik. Ich sage immer, auch meinen Jungs, wer nur zweimal in der Woche das Training besucht, ist auf der Position falsch. Da es ein sehr athletischer Sport ist, sind die O-Liner besonders gefordert. Ansonsten ist man besonders verletzungsanfällig. Die O-Liner müssen, genauso wie der Quarterback die Box lesen. Wenn man da nicht weiß, was passieren kann, dann hast du schnell das Spiel verloren. Die O-Line ist schon besonders, auf ihre Art und Weise. Jeder von ihnen hat seine Art von Beschützerinstinkt.“ Die O-Line ist immer etwas außerhalb der Aufmerksamkeit beim Zuschauer. Für sie gibt es keine nennenswerte Statistik (TD, IC, Tackle oder Position beim Fantasy Football usw.). Die Anerkennung für ihre Leistung muss daher vom eigenen Team kommen, sagt uns Alexander. So sollte der Quarterback und der Runningback sie für besonders gute Blocks loben. Bei Alexander funktionierte es in seiner aktiven Zeit, so haben ihn seine Quarterbacks Hannes Holthöfer und Lars-Erik Brase ihn für gute Aktionen gelobt. Wir beide waren uns einig: Da ist noch Luft nach oben und wir wollen mehr auf gute Aktionen der O-Liner achten und diese herausstellen. So kann jeder sagen, wer der Quarterback des Gewinners des letzten Super Bowls war. Wer aber kann einen oder mehrere O-liner von den Bucs im Super Bowl nennen? *Auflösung unten im Text 

Alexander berichtete uns außerdem, dass es nach den sieben Monaten bei den Minden Wolves bald wieder mit dem Trainingsbetrieb los geht. In Minden bereitet man sich in den Jugend- und Herrenteams auf eine mögliche Saison vor. Sollte es keinen Ligabetrieb geben, dann werden die Minden Wolves das eine oder andere Freundschaftsspiel absolvieren. Da die Wolves erst in Jahre 2018 gegründet wurden und im folgenden Jahr den Aufbau vollzogen haben, sollte 2020 die erste richtige Spielzeit beginnen. Durch Corona wurde es auf dieses Jahr verschoben. Laut Alexander ist das zwar ärgerlich, aber dadurch ist die Vorfreude auf die erste Saison noch größer geworden. In der Phase des Lockdowns gab es Online-Meetings bzw. Online-Trainings. Dabei ist Alexander der Ansicht, dass das nur über einen kurzen Zeitraum sinnvoll sei. Eine Zeitspanne von sieben Monaten ist definitiv zu lang und er und seine Jungs freuen sich auf das erste richtige Training.

 In der Zwischenzeit arbeitete man im Verein an einer Wertekultur und Teamzielen. Unter der Wertkultur muss man sich Dinge wie Ehrlichkeit oder Pünktlichkeit vorstellen. Obwohl Alexander freigestelltes Betriebsratsmitglied ist, war es nicht seine Idee. Durch ein Mitglied, das auch bei Helden e.V. aktiv ist, kam es dazu. Helden e.V. will ein sinnvolles und nachhaltiges Workshop Angebot gegen (Cyber-)Mobbing und Rassismus schaffen. Dieses Grundgerüst wurde in die Wertekultur mit eingebunden. Das ist aber nicht in Stein gemeißelt, so sagt Alexander: „Darauf wollen wir abbauen und die Wertekultur immer weiter vorantreiben. Ziel ist es, ein noch stärkeres Team zu werden.“ Dies ist auch ein gutes Mittel, um Spieler an den Verein zu binden. Auch neu ist eine Footballserie mit dem Namen: „Four Quarters“. Sie ist im monatlichen Rhythmus geplant und in vier Teile aufgeteilt, wie ein Spiel. Hier erzählt jeder seine einzelne Footballgeschichte. Als erstes geht es darum, wie man zum Football gefunden hat. Im zweiten Quarter geht es um die „Football Education“, also wie man das Footballspielen gelernt hat. Das dritte Quarter beschreibt die aktive Karriere des einzelnen. Im letzten Quarter es um die Zukunft, was nach der aktiven Laufbahn folgen soll. Alexander legt sie jedem ans Herz (Link).

Zusätzlich haben die Wolves eine Leistungsdiagnostik gemacht (wir berichteten – Link). Damit wird eine Basis für den Aufbau gelegt und ggf. werden auch gesundheitliche Probleme aufgedeckt. Teilweise wird diese Leistung von den Krankenkassen übernommen. Selbst hierbei gab es einen sportlichen Wettbewerb, bei dem sich die Spieler überbieten wollten. 

In seinem Lebenslauf gibt Alexander als Skill das Programm „hudl“ an. Wir wollten daher von ihm wissen, warum man es nutzen sollte und wo für die Vereine der Mehrwert ist. Hier ist seine Antwort: „Ich habe die Aufgabe von unserem ehemaligen Head Coach übernommen. Jetzt bin ich der Meinung, dass jedes Team, was sich das leisten kann, es sich auch kaufen sollte. Hier kannst du eine gute Library anlegen, die gerade von neuen Spielern oder Rookies gut genutzt werden kann. Mit hudl kannst du genau aufzeigen: Das ist das System, was wir spielen. Hier ist auch das Playbook verlinkt. Zusätzlich kannst du Drills anschauen. Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig. Wir filmen die Trainingseinheiten und ich sage dir, die Leute sind heiß darauf, das zu sehen. Nach dem Filmen ist jedoch die Arbeit nicht zu Ende, denn nach dem Dreh muss alles beschriftet werden. Das dauert meist genauso lang wie das eigentliche Training. Der Mehrwert von hudl ist auch, dass die Spieler auf ihre Fehler achten und sich verbessern. Auch können sie so besser das Spielsystem erlernen. Die Coaches können mit den Spielern passgenau an der Verbesserung arbeiten. In diesem Jahre werde ich mein Wissen auch der GreenMachine zur Verfügung stellen. Bei den Camps und dem Jugendländerturnier werde ich filmen. Was nicht nur für die jungen Spieler interessant ist: Mit hudl kannst du dir schnell deine eigenen Highlight Videos erstellen.“ 

Bei den Wolves möchte man sofort zu Beginn professionell arbeiten, daher hat man sofort zu Beginn auf die Einbindung von hudl gesetzt. Der Verein möchte gerne auch mindestens einmal aufsteigen, soweit es das Herrenteam betrifft. Bei der U19 ist Alexander Offensive Coordinator und hier hat man eine Spielgemeinschaft mit Kachtenhausen White Hawks gebildet. Sie starten im 9er Tackle. Auch für die U16 gibt es diese Spielgemeinschaft, sie starten im 5er Tackle. Bei seiner Arbeit als Coach sieht es Alexander als Vorteil an, als Betriebsrat tätig zu sein. Er sagt: „Gerade die Rhetorik hilft bei der Aufgabe. Es bringt nicht, wenn du den Brüllaffen machst. Auch bin ich eher der etwas ruhigere Coach. Aber vorsichtig, ich kann auch auf den Tisch hauen. Das können dir die O-Liner bestätigen.“ 

Bei den Minden Wolves ist man noch auf der Suche nach Coaches. Besonders im Jugendbereich werden sie gesucht. Bei den Herren ist die Position des Head Coaches nicht besetzt. Wenn du dich angesprochen fühlst, dann melde dich unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Oliver Jungnitsch von NRW Football / Fands.pics war im Gespräch mit Alexander Gonschor von den Minden Wolves

* Starting O-Line der Tampa Bay Buccaneers:  D.Smith (LT), Marpet (LG), Jensen (C), Stinnie (RG) und Wirfs (RT)

 

 

Christian ‘Happy‘ Fröhlich macht seinem Namen alle Ehre, obwohl es ihm bei dem Aufbau des ASC Phoenix e.V. nicht leicht gemacht wurde. In einer Gegend, in der um 20:00 Uhr der letzte Bus fährt und die nächste Autobahn 30 Minuten entfernt ist, hat er es dennoch geschafft, einen Footballverein zu erhalten. Von seinen Ideen, guten Aktionen und Visionen wollen wir berichten. 

 Christian Fröhlich vom ASC Phoenix e.V. steht jedes Jahr vor neuen Herausforderungen (Foto: Martin Mary)Christian Fröhlich vom ASC Phoenix e.V. steht im jeden Jahr vor neuen Herausforderungen (Foto: Martin Marny)

Christian ist in Remscheid aufgewachsen und hat dort auch das Footballspielen erlernt. Mit 14 Jahren startete er als Corner Back bei den Bergischen Löwen (Remscheid). Fast hätte seine damals noch junge Karriere ein schnelles Ende gefunden. Verantwortlich wäre dann sein Gegenspieler im ersten Spiel geworden. Christian erinnert sich: „Ich hatte zum ersten Mal die Ausrüstung an und es ging in der Leistungsjugendliga gegen die Panther. Ich hatte einen weit älteren Gegenspieler vor mir und mein Helm war gefühlt fünf Nummer zu groß. Zu Beginn habe ich fürchterlich einen auf den Sack bekommen und wollte sofort mit dem Football wieder aufhören. Noch auf der Bank hat es eine Betreuerin mitbekommen und hat sich rührend um mich gekümmert. Dann bin ich auch wieder auf’s Feld gegangen und habe meinen Sport gefunden.“ Bei den Löwen blieb er, bis sie sich auflösten und er wechselte zu den Hammer Bandits. Dort  spielte Christian später in der Herrenmannschaft. Nach der Gründung des Remscheids Amboss wechselte er dorthin. Aus privaten Gründen legte er eine längere Pause ein und kam zufällig 2011 wieder zum Football. Christian beschreibt es so: „2011 hat mich eine Kollegin angerufen und mich gefragt, ob ich etwas mit den Footballern zu tun hätte, die hier in Wipperfürth trainieren. Meine erste Reaktion war: das kann nicht sein! Ich habe dann recherchiert und herausgefunden, dass über einen Sozialarbeiter der Jugendliche betreute, sich eine Truppe gebildet hatte, die American Football spielte. Die Jungs waren so 16 bis 17 Jahren alt. Denen habe ich mich als Trainer angeschlossen und später wurde ich die Jungs nicht mehr los.“ In den ersten Jahren baute Christian den Verein auf und im zweiten Jahr absolvierten sie Freundschaftsspiele. Gegner waren die Wuppertal Greyhounds und die Limburg Mustangs. Ab dem dritten Jahr stiegen die Phoenix-Footballer in den Ligabetrieb ein. 2016 wurde es sehr turbulent, denn der Hauptverein, der TSV Hämmern, schloss kurzerhand die American Football-Abteilung. Im Anschluss gründeten Christian Fröhlich und acht weiteren Mitglieder einen neuen Verein, den ASC Phoenix e.V. mit Sitz zunächst in Wipperfürth, später in Hückeswagen. 

Den Verein gibt es seit 10 Jahren und jedes Jahr stehen sie wieder vor dem gleichen Problem. Christian sagt: „In unserem 10jährigen Werdegang ergibt sich immer wieder das gleiche Problem von Saison zu Saison: wir müssen uns jedes Jahr neu erfinden. Das heißt die Jungs, die zu uns kommen, die spielen bei uns so ein bis zwei Jahre. Dann sind mit der Schule oder Ausbildung fertig oder begingen ein Studium und gehen in die Ballungszentren. Das betrifft rund 60 bis 70 % von unserem Kader. Das ist mit einer Einwohnerzahl von 20.000 Leuten problematisch. Ich nenne es: Leben am Limit! Wir kämpfen jedes Jahr mit den Mindestpasszahlen im Laufe einer Saison.“ Auch bei der Jugend ist es nicht einfach. Sie trainieren mit allen zusammen und haben auch schon Spielgemeinschaften ausprobiert, aber die Wege sind weit. Die Jugendlichen sind auf ihre Eltern angewiesen, denn es ist nicht ungewöhnlich, dass Busse in die Nachbarorte nur bis 20:00 Uhr fahren. Somit ist man beim Phoenix noch im Aufbau der Jugendabteilung. Damit der ASC Phoenix e.V. zukünftig besser planen kann, kam Christian auf die Idee einen weiteren Verein oder separaten Charter zu gründen. Der zweite Verein fand sich in Gummersbach zusammen. So können sie auf zwei verschiedenen Plätzen in der Woche trainieren und haben damit zwei Trainingstage erhalten. Durch diese Expansion war es auch möglich, eine eigene Cheerleading Abteilung aufzumachen. Damit nicht genug, denn ein weiterer Charter wird in Bergisch Gladbach erfolgen. Durch diese Verteilung erweitert sich das Einzugsgebiet von ursprünglich 20.000 Einwohnern enorm, birgt jedoch für die Trainer eine logistische Herausforderung, wenn man an das Trainingsequipment denkt.

In der Coronapause arbeitete Christian im Hintergrund an einer Erweiterung im Verein, die mit seiner Frau Anna Fröhlich im Zusammenhang steht. Seit dem letzten Jahr bietet Anna unteranderem „Buggy Fit“ Kurse an. Das Kursangebot weitete sich immer mehr aus und wurde zunächst in einem eigenen Verein angeboten. Es wird jedoch eine Fusion des Ohana Familienbildung e.V. und des ASC Phoenix e.V. erfolgen. Der Begriff „Ohana“ heißt so viel wie Familie oder Familienseele und kommt aus der hawaiianischen Kultur (weitere Informationen sind hier verlinkt - https://ohana.nrw).

Wie groß und problematisch die Entfernungen auf dem „Land“ sein können, haben Anfang des Jahres die Impflinge besonders gemerkt. Hier hat der Verein eine großartige Aktion ins Leben gerufen. Mich interessierte, wie es dazu gekommen ist. Hier ist seine Antwort: „Im Januar hatte ich ein wenig Zeit und habe mich mit dem Thema „Corona“ intensiver auseinandergesetzt. Da habe ich die Impfmeldung im Fernsehen mitbekommen, wie es losgehen soll und wer zuerst dran ist. Die Impfung sollen im Impfzentrum erfolgen. Dies ist hier ein Problem aufgrund der Entfernungen. Wir als Verein wollten helfen. Mein erstes Gespräch war mit einer 94-jährigen Dame, die einen Termin bekommen hatte. Ihre Tochter wohnt in Heidelberg und konnte nicht die Fahrt übernehmen. Die 94-jährige Frau hatte sich aus Angst über ein Jahr zu Hause „eingeschlossen“. Die Frau sollte laut Aussage aller, in den Bus steigen und zum Impfzentrum fahren. Taxen gibt es hier kaum, auch hätte diese Fahrt privat gezahlt werden müssen. Ihre Fahrtdauer schätze ich auf 45 Minuten für eine Strecke. Mit Wartezeit vor Ort bis du schon sicherlich über 150 EUR los. Köln hatte die Taxifahrten bezahlt, da dort die Infrastruktur eine andere ist. Hier war es nicht möglich. Nach vielen Anläufen und Überlegungen, bliebt am Ende nur die Möglichkeit es über Nachbarschaftshilfe abzubilden. Wir haben dann die Personen privat gefahren, es zählt offiziell als Freundschaftsdienst. Insgesamt haben wir 35 Fahrer zusammenbekommen, die sich bereit erklärt haben, ehrenamtlich und privat die Fahrten auszuführen. So haben wir knapp 80 Fahrten machen können.“   

Für dieses Jahr plant man beim ASC Phoenix e.V. nicht so weit in das Jahr hinein. Christian freut sich auf die erste richtige Einheit auf dem Footballplatz und möchte erst dann den weiteren Verlauf planen. Hier sieht er auch als erstes seine große Verantwortung, die er für viele Vereinsmitglieder hat. Christian will die Gesundheit derer nicht leichtfertig gefährden. Unterstützt wird Happy seit einem Jahr von seinem alten Freund und besonderem Kenner der Materie: Cevin Conrad. Bei dem ASC Phoenix e.V. wird er hauptsächlich als Mentor tätig sein. Dabei wird Cevin die Coaches in ihrer Arbeit unterstützen und noch mehr Professionalität in den Verein bringen. Er wird seine Erfahrungen vermitteln in den Bereichen: Vereinsentwicklung, Management und Spielsysteme. Wer Cevin kennt, der weiss, dass er sich auch in das Coaching der Spieler einbringen wird. Christian möchte mit ihm den Verein auf ein höheres Level bringen und sagt: „Cevin hat das verstanden und sieht in uns etwas wirklich Gutes und arbeitet an den Visionen, die wir mit dem Verein haben. Er geht mit großem Engagement an die Sache, wartet aber auch auf die Lockerungen im Training. Auch dem Trainingsablauf hat er schon seinen persönlichen Stempel aufgedrückt. Wir wollen ihn noch weiter in den Verein einbinden und wollen ihn sehr gerne bei uns behalten.“

Oliver Jungnitsch von NRW Football / Fands.pics sprach mit Christian Fröhlich vom ASC Phoenix e.V.

Mit Wolfgang Best haben wir uns über eine Vielzahl von Themen unterhalten: die Düsseldorf Bulldozer, den Betrieb in der Regionalliga, die NFL Europe, wie man früher schnell mal Schiedsrichter wurde, seinen Auftritt in der Nationalmannschaft und die Neugründung der NRW Allstars. Außerdem haben wir gelernt, was ein Facebook-Footballer ist. 

OJS 8138Wolfgang Best - Spieler, Nationalspieler und Coach war er schon. Jetzt wird er Gründungsmitglied der NRW Allstars (Archivbild: Oliver Jungnitsch)

So kam Wolfgang zu den Bulldozern

Wolfgang Best kann auf eine lange und erfolgreiche Karriere als Spieler und Coach zurückblicken. So war er hauptsächlich Trainer in den ersten beiden Footballligen. Bis 2012 war er als Coach bei den Düsseldorf Panther tätig. Eigentlich wollte er die Pfeife und das Playbook „an den Nagel hängen“. Wir wollten als erstes wissen, warum er von der 1. Liga herunter in die 6. Liga ging. Zusätzlich interessierte uns, warum er gerade bei den Düsseldorf Bulldozern angefangen hat. Hier ist seine Antwort: „Ich hatte mit Football aufgehört und mir eine Harley gekauft und war nur noch so unterwegs. Irgendwann war ich in der Altstadt und habe ein paar Bierchen getrunken. Da habe ich ein paar Leute getroffen, die bei den 58er mitgemacht haben. So nach dem 8. Bier habe ich gesagt, dass ich da auch mitmachen will. Bei den 58ern habe ich später dann auch trainiert. Wir haben unter anderem bei den Bulldozern trainiert. Beim Training der Bulldozer waren aber meist nur so 10 bis 12 Männeckes da. Wir von den 58ern haben auch im Training gegen sie häufiger ein Scrimmage gemacht, dabei mussten viele von denen doppelt spielen. Da kam man mit den Jungs ins Gespräch. Sie wollten, da sie auch keinen Head Coach hatten, dass ich das mache. Zunächst habe ich gesagt, dass ich damit abgeschlossen habe. Die Bulldozer haben aber immer weiter nachgefragt und ich habe mich später dazu breitschlagen lassen. Das Konzept, was mir der Präsident vorstellte überzeugte mich. Was hatte ich schon zu verlieren?“ Auf die Nachfrage, ob er dies somit nur aus Spaß gemacht habe, antwortete Wolfgang: „Jeder, der mich kennt, der weiß, ich mache nichts nur aus Spaß. Ich bin sehr ehrgeizig und kann nicht gut verlieren. Hier wollte ich beweisen, was man ohne Budget auf die Beine stellen kann. Der Verein wuchs durch die Trainer, die sich uns angeschlossen haben. Da habe ich Glück gehabt, denn die Trainer brachten auch einige Spieler mit. Und dann haben wir die die Bulldozer nach und nach aufgebaut. Dabei arbeiten wir sehr solide, damit der Verein nicht ins Wanken kommt. Je mehr Mitglieder ich akquiriere, umso mehr kann ich später für sportliche Dinge ausgeben.“

 

In Düsseldorf und Umgebung gibt es viel Potenzial

Bei den Düsseldorfern gehören zehn Coaches zum Herrenteam. Wolfgang erklärt uns dazu: „Hier in Düsseldorf gibt es viel Trainermaterial. Hier sind viele ehemalige Pantherspieler, die Erfolg und Know-how besitzen. Es gibt in Düsseldorf und Umgebung noch sicherlich 20 Top-Trainer, die zurzeit nichts machen. Auch hat uns geholfen, dass in unserer Nähe die 2. Mannschaften von Teams geschlossen wurden. Hier bei den Düsseldorf Bulldozer können wir die Spieler gut ausbilden. Es macht den Leuten auch Spaß, wenn 50 bis 60 Leute beim Training aufschlagen.“ Ein weiterer Vorteil ist für die Düsseldorfer Vereine, dass es mit den Düsseldorf Typhoons und Panther zwei Teams in der höchsten Spielklasse der Jugend spielen. Bei den Typhoons handelt es sich bekannter weise um eine Schulmannschaft, die kein eigenes Herren Team besitzt. Wolfgang hat hier einen gewaltigen Vorteil, denn er leitet in der Nähe einen großen Biergarten und hier arbeiten regelmäßig viele Schüler der Typhoons. Einige haben nicht nur daher den Weg zu den Düsseldorf Bulldozern gefunden. Wolfgang betont in diesem Zusammenhang, dass es trotz der ganzen Konkurrenz der Vereine in der Nähe eine gute Verbindung zu den Düsseldorf Panther gibt. So haben sie sich beide Teams im Rahmen der Planung und Erstellung eines Hygienekonzeptes unterstützt, damit man trainieren kann. 

 Anfang dieses Jahres stellen die Düsseldorf Bulldozer viele neue Spieler vor. Einige waren in anderen Vereinen Leistungsträger. Daher wollten wir wissen, wie es dazu kam. Das ist seine Antwort: „Aufgrund der Corona Situation haben wir nur Amerikaner verpflichtet, die hier vor Ort sind. Wir haben uns daher für Darion Neal und Stephon Toomer entschieden. Hinzu kam, dass viele Spieler aus Essen den Weg zu uns gefunden haben. Erst waren es ein paar Spieler von den Cardinals, aber die haben immer noch wieder einen mitgebracht. Da sagst du natürlich nicht ‚nein‘. Das war kein Anschlag auf Essen, das habe ich mit Bernd Janzen persönlich geklärt. Wir kennen uns auch schon einige Jahre. Wir sind im Training, denn wir haben ein Hygienekonzept bei der Stadt einreicht. Das wurde genehmigt. Wir dürfen trainieren, aber es ist kein richtiges Football Training im herkömmlichen Sinne. Vor dem Trainingsgelände ist eine Teststation und erst mit einem negativen Testergebnis dürfen die Jungs auf die Anlage. Unser Training haben wir aufgeteilt und somit kommen wir auf vier Einheiten in der Woche. Dabei haben wir die Gruppen aufgeteilt, so kommt die Offense auf drei Einheiten. Durch die Maßnahme schaffen wir es, nicht zu eng beieinander zu sein und dennoch einen Trainingsbetrieb auf die Beine zu stellen. Besonders unterstützt mich in meiner Arbeit Matthias Klahr, unser Defensive Coordinator.“

 

10 Ligaspiele? Theoretisch ja!

Auf unsere Frage, was Wolfgang denkt, wie viele Spiele es für sein Team geben wird, antwortete er so: „Also ich hoffe, dass wir zehn Spiele sehen. Wenn man von den Playoffs zurückrechnet, ist das theoretisch möglich.“ Voraussetzung ist für ihn ein Start Anfang August.  Für eine mögliche Regionalliga Saison sieht er die Teams aus Paderborn, Troisdorf als Favoriten für den Aufstieg und ergänzt, dass die Bielefelder auch ein starkes Team präsentieren werden. Für sein Team sagt er: „Ich fahre nirgendwo hin, um zu verlieren. Mit diesem Team haben wir eine gute Qualität im Kader und wollen versuchen aufzusteigen. Na klar! Wir wollen da oben angreifen.“ 

 

NFL Europe

Irgendwie kommen wir beide auf die NFL Europe zu sprechen und frage Wolfgang, ob diese Liga zu früh für Football-Deutschland war. Er antworte so: „Für Football-Deutschland war es nicht zu früh. Rhein Fire und Frankfurt hat ‚mega‘ funktioniert. Bei Rhein Fire hatten wir immer rund 50.000 Zuschauer, das war in Frankfurt auch nicht anders. Ich glaube nicht, dass das Konzept aus finanziellen Gründen eingestellt wurde. Die NFL hat so ein dickes Portemonnaie. Meine persönliche Meinung ist, dass die Spieler, die von der NFL herüberschickt wurden, um hier eine Saison zu spielen und sich weiterzuentwickeln. Ich bin der Meinung, dass die Spieler sich in dieser Zeit nicht weiterentwickelt haben. Hätten seinerzeit so rund 60 Spieler den Sprung in die NFL geschafft, würde die NFL Europe noch existieren. Auch glaube ich, ein zusätzlicher Grund waren die schlechten Zuschauerzahlen in Spanien, den Niederlanden und Schottland.“

 

Wie war der Football früher in Deutschland?

Wolfgang ist in den Achtziger Jahren zum Football gekommen. Ursprünglich hat er Tennis gespielt und nach einem Aufenthalt in Amerika hatte er das erste Mal das ‚Ei‘ in der Hand. Mittwochs ist der in Deutschland angekommen und war freitags beim ersten Training und eine Woche später stand er schon für die Greyhounds beim ersten Spiel auf dem Platz. Der Gegner waren die Essen Eagles, die deutlich gewannen. Wolfgang spielte Wide Receiver und Quarterback. Wir wollten von ihm wissen, wie sich das Spiel im Gegensatz zu früher verändert hat. Er antwortete: „Früher haben alle eine Formation in der Offense gehabt und die Defense hat Mannverteidigung gespielt. Die Offense spielte entweder I-Right oder I-Left. Es waren zwei Runningbacks auf dem Platz. Die Defense hat eine 4-3 in Mannverteidigung gespielt. Klar wurde hier und da auch mal geblitzt. Die Quarterbacks haben sich meist einen Receiver ausgeguckt, auf den sie die Pässe geworfen haben. Keiner hat zu dieser Zeit irgendwas gelesen, denn die Quarterbacks haben es auch nicht gezeigt bekommen, wie die Defense reagiert. In der Offense ging seinerzeit mehr über das Laufspiel als heute. Der Hauptunterschied kommt vom Coaching. Früher gab es noch nicht viele gute Coaches. Gute Coaches waren meist Amerikaner. Ein Playbook wie man es heute kennt, gab es damals noch nicht. Auch gab es noch keine Block-Schemen. Am Anfang war alles einfach gestrickt. Eine wichtige Frage beim Spiel war auch: Kommen Schiedsrichter oder kommen keine. Dann haben irgendwelche Leute gepfiffen, die beim Spiel zugeschaut haben. So bin ich mit zwei weiteren Kollegen durch die Gegend gefahren und wir konnten uns so als Schiedsrichter gutes Geld verdienen. Wir haben geschaut, welches Spiel uns interessiert und abgeklärt, ob da Schiedsrichter vor Ort sind. Waren voraussichtlich keine da, sind wir hingefahren.“

 

80 Pizzen

In der letzten Zeit kam die deutsche Nationalmannschaft etwas zu kurz. Wir wollten daher wissen, wie es früher in der Nationalteam so war. Wolfgang beschreibt das so: „Wie fing das an? Ich bekam einen Anruf von Walter Rohlfing und er sagte mir, wir haben zwei Spiele gegen die Schweiz. Es waren EM-Qualifikationsspiele und ob ich Interesse hätte mitzuspielen. Da habe ich natürlich ‚ja‘ gesagt. Training war dann dienstags und mittwochs der folgenden Woche im Rheinstadion mit den Spielern aus der Region. Am Donnertag fuhren wir nach Ansbach und hatten am Donnerstag und am Freitag Training. Dort haben wir in einer Turnhalle geschlafen. Am Samstag fuhren wir mit dem Bus in die Schweiz. Als wir in der Schweiz ankamen, da gab es vor Ort nichts mehr essen. Was haben wir gemacht? Wir haben 80 Pizzen bestellt! Sonntag war das Spiel gegen die Schweiz. In der zweiten Halbzeit durfte ich spielen. Beide Spiele haben wir mit einer Differenz von 60 Punkten gewonnen. Das war eine geile Geschichte.“

 

Neugründung der NRW Allstars

Zum Ende konnten wir Wolfgang noch ein paar Informationen zu dem Nachfolger der 58er, den NRW Allstars abgewinnen. Es gibt bereits eine Satzung und die Vereinsgründung soll am 15.05.2021 erfolgen. Er wird mit weiteren sechs Personen den Verein gründen. Es ist geplant, mit dem NRW Allstars mindestens ein Spiel im Jahr zu absolvieren. Die Spiele der Allstars sollen immer als Benefizspiele ausgetragen werden. Wer bei den NRW Allstars (Link) spielen will, der muss Mitglied des Vereines sein. Auch ist es möglich, nur ein passives Mitglied bei den NRW Allstars zu werden. Die Spielerakquisition wird Wolfgang Best persönlich übernehmen. Kleiner Hinweis: jeder kann sich dort vorstellen, wenn er sich fit dafür fühlt. Wolfgang stellt klar: „Wir suchen keine Facebook-Footballer, also einen der sich in voller Ausrüstung postet, aber gerne verletzt ist, damit der nicht trainieren oder spielen muss.  Wir suchen auch Vertanen, die sich für einen Verein verdient gemacht haben. Dafür musst du nicht unbedingt gut Football spielen können. Wenn du ein richtiger Footballer bist, du den Football lebst und mit Herz und Seele dabei bist, dann bist du bei uns richtig.“ Noch ist jedoch offen, ob man noch zusätzlich für einen normalen Ligaverein als Spieler aktiv sein darf. Neben Wolfgang werden zunächst Deejay Anderson und Francesco Mavaro dem Coaching Staff angehören. Die Trainingseinheiten werden an unterschiedlichen Standorten erfolgen. Wir sind gespannt, wann und wie es los geht! 

Wer sich über die Düsseldorf Bulldozer informieren möchte, kann das entweder über die Homepage (Link) oder die Facebookseite (Link) machen. Hier sind auch Angaben zu den Trainingszeiten angegeben. 

Oliver Jungnitsch von NRW Football sprach mit Wolfgang Best, dem HC der Bulldozer und dem Gründungsmitglied der NRW Allstars.

 

Spieler
1980 WR Wuppertal Greyhounds
1984 — 1990 QB Assindia Cardinals Division 1 
1988 QB Team Germany
1990 — 1992 OC Ratingen Raiders Division 2
1993 OC Mönchengladbach Maverics Division 2
1994 Coach WR Coach Düsseldorf Panther Division 1
1995 —2000 Coach WR and Special Teams Düsseldorf Panther Division 1
2000— 2004Headcoach Düsseldorf Panther Division 1
2000 and 2001 Assistant Coach WR and TE NFL Europe
2000 Walk on Coach WR Berkley Golden Bears
2006 DC Düsseldorf Panther Youth Team
2010 DB Coach Düsseldorf Panther Division 1
2012 WR Coach Düsseldorf Panther Division 1
2015 —Now HC Düsseldorf Bulldozer
Coach
1994 German Champion Düsseldorf Panther
1995 German Champion Düsseldorf Panther
1995 Eurobowl Champion Düsseldorf Panther
1996 WR and Special Team Coach National Team Germany
2000 World Bowl Champion Rhein Fire
2006 German Champion Panther youth
2017 - 2019 Three Championships in a row

Mit dem Hall of Fame Mitglied der Troisdorf Jets – Stephan 'Butch' Pohl sprachen wir über seinen Podcast, warum man Kicker wird, seine Aufbauarbeit bei den Jets, die Glücksgefühle eines U10 Coaches und Trey Lance, den er persönlich getroffen hat. 

Stephan Pohl hat die U10 und U13 der Troisdorf Jets ins Leben gerufen. Heute ist der dort nur noch Gast Coach (Foto: Andreas Heinen).Stephan Pohl hat die U10 und U13 der Troisdorf Jets ins Leben gerufen. Heute ist der dort nur noch Gastcoach (Foto: Andreas Heinen).

Butch Pohl macht mit Udo Volberg einen Podcast über American Football. Die Beiden haben am 14.05.2021 bereits die 20. Folge online (Link) gestellt. Fun Fact: Udo war mal der Azubi von Butch, denn er ist Fleischermeister. Auch hat Butch Udo zum Football gebracht. Sie sind aber auch außerhalb des Footballs gute Freunde und so war Udo der Trauzeuge von Butch. 

Butch verrät uns, dass Udo Volberg der Erfinder es Parkplatzbieres ist, das Bier nach dem Training der Prospects auf dem Parkplatz. Butch baute im Jahre 2015 die 2. Mannschaft der Troisdorfer auf, die Troisdorf Jets Prospects. Er war zunächst der Head Coach der Mannschaft, gab jedoch das Amt an Udo Volberg ab. Dieses Muster vollzog sich bei dem Neuaufbau der U13 und U10 erneut. Heute ist Udo HEAD COACH der U13 und U10. Butch macht „nur“ noch den Podcast „Jets Footballshow“. Gelegentlich ist Butch bei der U10/U13 Gastcoach. 

Der Podcast ist eher zufällig entstanden. Sie machen es über „zoom“, dabei gibt es keinerlei Vorgaben. Butch und Udo labern einfach drauf los und es entsteht eine unterhaltsame und kurzweile Sendung. Seit der dritten Folge gibt es jeweils einen Gast in der Sendung, der einen Bezug zu den Jets hat. Alle Folgen des Jets Football Podcasts findet ihr auch bei Apple Podcasts, Podimo und Deezer. 

Bei den Troisdorf Jets ist es wie fast überall: Stillstand im Trainingsbetrieb. Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es, denn Butch erzählt: „Da ist frisch eine Meldung hineingekommen, dass die U10 in der nächsten Woche wieder mit dem Training beginnen darf. Die Größeren können in Zweiergruppen etwas machen. Es geht langsam ein bisschen bergauf! Wenn ich einen Ausblick wage, dann denke ich, dass wir drei Freundschaftsspiele bei den Herren machen können.“ Besonders schade sieht Butch die jetzige Situation für die Jugendmannschaften. Hier greift er sich die U13 der Jets heraus und sagt: „Bei meiner U13 haben wir im letzten Jahr zwar ein paar Freundschaftsspiele gemacht. Das war für die Jungs und mich auch so eine Art „Liga“. Dabei haben wir zwei Spiele gewonnen und eins verloren, das war schon okay. Diesen Spielern fehlt mittlerweile das zwei Jahr komplett. Wenn jetzt der Wechsel in die U16 erfolgt, das wird eine Herausforderung für diese Jungs.“

Butch hat bei den Troisdorfern schon drei Male einen Mannschaftsteil neuaufgebaut, daher wollte ich wissen, ob es ein Hobby von ihm ist oder wie es dazu kam. Hier ist seine Antwort: „Das ist einfach so gekommen. Nach einer kleinen Pause von mir gab es im Verein Überlegungen in Richtung Aufbau der Prospects. Das wollte ich gerne machen. Die Prospects haben sich von Beginn an gut entwickelt. Hierbei war der Grundgedanke, die A-Jugend Spieler in den Prospects aufzufangen. Das ist in den ersten fünf Jahren aber nicht passiert. Es war eher die Mannschaft für die neuen Spieler.“ Sie bildet jetzt eher das Bindeglied zur ersten Mannschaft. Als nächstes nahm sich Butch die U13 und U10 vor. „Die hatten noch drei Mann in der U13 und zwei U10er. Die Trainer sind hoch in die U16 gegangen oder haben mit dem Coaching aufgehört. Ich dachte mir, okay: ich mache das schon. Nach zwei Wochen dachte ich mir, was hast du dir da nur angetan! Zu den Jungs kamen noch 10 Neue, das war erstmal ein Hühnerhaufen. Wir haben in den Teams einen riesigen Zulauf bekommen und alles funktionierte dann. Hier bin ich von Udo Volberg unterstützt worden, da auch sein Sohn hier spielt. Das wurde nach und nach ein riesiger Trupp und wir haben ihn in die U10 und U13 geteilt.“

Butch hat selbst mit dem American Football Anfang der Achtziger Jahren begonnen. Hier kam er auch zu seinem Spitznamen „Butch“. In seinem ersten Team waren vier „Stefans“ und einer aus dem Team sagte, du bist jetzt der Butcher, der Butch. Den, der ihm den Namen verpasst hat, traf Butch nach 38 Jahren wieder und ist heute sein Zahnarzt. Butch muss lachen, als ich ihn frage, wie man freiwillig Kicker und Punter werden kann und antwortet: „Wenn man es kann! Ich bin ehemaliger Fußballer und habe in der Jugend damit angefangen. Das habe ich bis zum 20 Lebensjahr gemacht und mit 22 Jahren mit dem Football begonnen. Na gut, einer muss halt schießen und ich konnte es. Zum Ende meiner Karriere habe ich das dann nur noch gemacht. 1995 habe 13 Fieldgoals hintereinander getroffen. Damit war ich ein großer Baustein der Offense.“ In einem Fußballland wie Deutschland sollte man meinen, es gibt hier die besten Kicker. Im College Football wird diese Position eher von den Australiern besetzt. Daher frage ich: „Erkläre mir bitte als Laien den Unterschied zwischen einem Kicker und einem Fußballer. Ist das technisch so weit auseinander?“ Nach einer Pause antwortet Butch: „Nein, ich würde mal sagen. Beim Fieldgoal und dem Extrapunkt sind dieselben Bewegungen. Der Ablauf ist immer gleich, klar musst du ab der 40-Yardline eine Schippe draufpacken. Das war ein Automatismus, der musste einfach sitzen: Die Abstände und die Schritte. Dann ist es nicht anderes als ein Torabschlag. Die Torhüter schreiten ihre Schritte nicht ab, die machen das so irgendwie. Bei uns muss das richtig passen. Aber das ist für einen Fußballer nichts besonders, außer dass der Ball nach oben gehen muss. Es ist aber schon komisch, dass es im College oder in der NFL keine deutschen Kicker gibt.“

Bereits 1995 und 1996 war Butch Gast Coach an der North Dakota State University (NDSU). Das wiederholte er im Jahr 2019. Wir wollten wissen, wie das zustande kam und mit welchen Eindrücken er jeweils zurückkam. Butch beschreibt es so: „Das war wieder einmal Zufall. Meine erste Ausrüstung habe ich über einen Metzger bekommen. Er stammte aus einer Bonner Familie stammte, die sehr erfolgreich gerungen haben. Es waren drei Brüder und sie waren in der deutschen Ringernationalmannschaft. Franz, der Metzger, war auch bei einer Olympiade. Hier hat Franz den Fotografen Michael Miller kennengelernt, der auch Professor an der Uni ist. Über diese Beiden habe ich dann auch Kontakte zur Universität bekommen. Ich habe einfach nachfragt, ob ich mir das mal ansehen könne. Die NDSU war damals noch in der Division II. Es hatte so funktioniert und ich konnte jeweils eine Woche bleiben. Spätestens seitdem Carson Wentz gedraftet wurde, kennt jeder das College. Ich wollte da noch einmal hin und habe den Quarterback Coach Randy Hedberg angeschrieben. Randy ist ehemaliger Quarterback von Tampa Bay und ist mittlerweile 67 Jahre alt. Das hat geklappt. Randy hat mir viel erklärt und ein richtiger netter Kerl.  Da habe ich auch Trey Lance kennengelernt. Zu der Zeit wurde er als Frischling auswählt, dass er das Team anführen soll. Der Rest ist Geschichte. Trey hat erzählt, was ich bisher in keiner deutsche Presse gelesen habe, dass sein Vater in London bei den Monarchs gespielt hat. Das war in der NFL Europe.  Danach habe ich noch weiter mit Trey geschrieben. Aber seit ein paar Wochen hat er meine Sachen nicht mehr gelesen.  Das wundert mich nicht, denn aus den 70.000 wurden 250.000 Follower. Ich hoffe aber dennoch, dass er mal für 10 Minuten in unseren Podcast kommt. Ich habe mich das erste Mal in meinem Leben um den Draft gekümmert. Mit dem Offensive Tackle Dillion Radunz habe ich noch mehr geschrieben. Er ist von den Tennessee Titans gedraftet worden. Er hat sogar deutsche Vorfahren. Der wird seinen Weg machen, das ist ein sehr souveräner Offensive Tackle.“  

Von Butch wollte ich wissen, welches denn sein schönstes oder prägendes Erlebnis bisher im Football war. Er antwortete: „Das war bei unserer U10. Das sind Momente im Leben, die erlebt man nicht oft, die erlebt man auch nicht im Seniorenbereich. Im letzten Jahr hatten wir ein Scrimmage, das zweite überhaupt der U10. Es ging gegen die Cologne Crocodiles und die Kleinen waren ganz aufgeregt. Ich war als Referee auf dem Feld und Udo mit seinen Plays hinter der Offense. Wir konnten uns gut sehen. In seinem ersten Spielzug des Lebens, bekam ein neuer Spieler (Runningback), mit dem Namen Marlon, den Handoff. Marlon lief unberührt bis zu Endzone. Das Team jubelt und der kleine Mann kommt zurück und heult. Die Tränen liefen und wir dachten, ach du Schei..., was ist denn hier passiert. Udo kniete sich zu Marlon herunter fragte ihn, was denn los sei. Marlon sagte: ‚Ich habe noch nie so etwas Schönes erlebt. Das war das erste Mal, dass ich so etwas gemacht habe.‘ Jetzt hatte der Udo und ich auch Tränen in den Augen und mussten aufpassen, dass wir nicht mitflennen. Das ist so Moment, dafür machst du das!“

Zum Ende konnte ich mir nicht verkneifen, Butch zu fragen, da er ja im Verein nicht so eingebunden ist und jetzt Zeit habe, ob er ein Flag- oder Damen-Team aufbauen möchte. Er verneinte, kam aber ins Grübeln. Besonders interessierte ihn der Flag-Football für die Jüngsten. Schnell zählte er auf, was alles dafürsprechen würde und möchte das gerne einmal mit anderen diskutieren. Lassen wir uns überraschen, was Butch als nächstes startet.

Oliver Jungnitsch von NRW Football im Gespräch mit Stephan „Butch“ Pohl

Stephan „Butch“ Pohl:
Spieler: 
1982 bis 2001 Bonner/Troisdorf Jets
1985 Stuttgart Scorpions
1997 Bonn Gamecocks
DB, K, P.  4TD, 3 TPC, 1 SAF, 49 FG, 173 PAT
Hall of Fame (Class of 2018)
Trainer: 
1985 DC Junior Jets, 
1987 DB-Coach Bonn American High School
1989/1990 HC/DC Jets Seniors
1995+1996 Guest Coach NDSU
2005 Aufbau HC U15
2009 LB-Coach Seniors
2015 Aufbau HC Jets Prospects
2019 Neuaufbau HC Jets U13
2019 Aufbau HC U10. Vorstand/Präsidium.
2019 Guest Coach NDSU
 
Seit 1/2021
Podcast "Die Jets Footballshow"

 

 

Frank Horn kennen wir aus der Zeit 2015 bis 2016, als er bei den Cardinals im Coaching Staff war. Er hat zwei kleine Kinder und zog sich daher etwas vom Sport zurück. Nun ist er eher beratend im Hintergrund tätig. 

Frank Horn bei seiner letzten Trainerstation in Essen (Foto: Hubert Bädorf)Frank Horn bei seiner letzten Trainerstation in Essen (Foto: Hubert Bädorf)

Wer sein Facebook-Profil kennt weiß, dass er Fußball mag und besonders den FC St. Pauli. Über einen alten Freund aus der Bundeswehrzeit, der in Flensburg wohnt, hat er einiges von den Dingen rund um das Hamburger Team mitbekommen. Besonders beeindrucken ihn die Fans, die Stimmung im Stadion und die soziale Haltung des Vereins und er sagt: „Die machen geile Sachen dort. So produziert St. Pauli seine Trikots selbst, denn man will sicher gehen, unter welchen Bedingungen, diese gefertigt werden. Damit wollen sie unteranderen Kinderarbeit ausschließen oder andere soziale Ungerechtigkeiten.“

Frank hat in der Zeit von 1983 bis 1989 bei den Wuppertal Greyhounds gespielt. Seine Position nannte man früher „Flankerback“. Heute würde man von einem Inside Receiver sprechen. Aufgrund seiner Statur wurde er gerne unterschätzt, denn sein Vorteil war seine Schnelligkeit. In dieser Zeit waren die Greyhounds irgendwo im Bereich der 5. Liga unterwegs. 1990 wechselte Frank in die 2. Liga zu den Solingen Hurricans. Dort erlebte er im Jahre 1992 den Aufstieg in die erste Liga. Nach einer Schulterverletzung beendete er mit Ende 20 seine aktive Footballlaufbahn. Ob er heutzutage noch einmal mit dem Football beginnen würde, kann er nicht hundertprozentig sagen, denn Frank merkt an: „Früher waren viele Spieler im American Football, die in anderen Sportarten nichts werden konnten. Heute ist das ganz anders, denn es sind jetzt hier richtige Athleten unterwegs. Sie könnten auch fast jeden anderen Sport machen. Seinerzeit hat mir mein Herz geholfen. Das ich für den American Football empfinde.“

 

Frank lernte viel am Carson Newman College

Da Frank noch vom Football Fieber gepackt war und weiterhin etwas machen wollte, begann er mit dem Coaching. Seine erste Station war im Jahre 1992 die Spielgemeinschaft von Remscheid Amboss und den Greyhounds als Jugendtrainer. Frank berichtet: „Es war zu der Zeit schwer an brauchbare Unterlagen zum American Football zu kommen. Da hast du alles an Büchern aus den USA genommen, was man bekommen konnte. Je nach verfügbaren Geldern hat man sich auch Collegespiele von Pontel auf VHS-Kassetten schicken lassen. Wenn man überlegt, wie einfach es heute alles geworden ist.“ Besonders viel hat er vom Football, den Trainingsmethoden und dem Spielsystem am Carson Newman College gelernt. Als Coach hatte Frank immer das Ziel sich zu entwickeln und nicht andere Trainer zu kopieren. „Denn nur durch eine eigene Persönlichkeit ist man glaubwürdig“, so Frank. Aktiver Sport gehört auch weiterhin zu seinem Leben dazu. Heute ist es das Laufen, Krafttraining, Tennis und auch Golf. „Wenn du als Coach nicht die Sachen vormachen kannst, die du von den Spielern sehen willst, dann hast du ein Problem. Du musst auf Augenhöhe mit dem Team bleiben.“, erklärt er uns. 

 

Auch Sebastian Vollmer war mal in seinem Team

1996 begann er im Herrenbereich zu coachen und das bei dem Verein, bei dem er als Spieler seine aktive Karriere beendete, den Solingen Hurricans. Sein 2. Liga Engagement dauerte zwei Jahre an. 1997 begann er als DB-Coach bei dem Vorläufer der heutigen GreenMachine, der Jugendauswahl NRW. Später wurde er dort Offensive Coordinator. Dieses passierte nicht geplant, sondern eher zufällig. Dazu war von Peter Springwald etwas „Überzeugungsarbeit“ erforderlich. Dieses Muster galt auch ein Jahr später für sein Engagement als Offensive Coordinator bei der Jugendnationalmannschaft. Hier sammelte er mit den Teams 1. und 2. Plätze. In der Zeit von 1997 bis 2004 kamen insgesamt vier 1. Plätze und fünf 2. Plätze heraus. Einer seiner Schützlinge aus dieser Zeit kennt ein jeder, der nur etwas vom American Football gehört hat: Sebastian Vollmer. Frank kennen und schätzen wir als bescheidenen Menschen, so sagt er auch: “Es wäre vermessen zu behaupten, ich hätte Sebastian zu einem besseren Spieler gemacht. Er war, wie viele andere auch, ein Teil meines Teams. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.“

 

Warum haben deutsche Quarterbacks es so schwer

Im Gespräch arbeiten wir heraus, was man als deutscher Quarterback doch für eine undankbare Position hat: Jeder auf dem Feld darf Fehler machen, aber einem Quarterback verzeiht man sie nicht so leicht. Fehler gehören jedoch zur Entwicklung und zum Lernprozess dazu. So ist Franks Credo: „Je mehr du dir weh tust, umso mehr lernst du. Ein Pick6 schmerzt, aber er gehört zum Lernprozess dazu. Hier liegt aber die Krux: Quarterbacks aus den USA haben diese Erfahrungen häufiger gemacht als deutsche Spieler. Somit haben die Amerikaner diesen Lernprozess meist schon hinter sich und kennen viele Gefahren, die auf dem Spielfeld auf sie lauern.“ Hier sieht er auch den Hauptgrund, warum in den oberen Ligen kaum deutsche Quarterbacks viele Spielanteile haben. Die Vereine nehmen lieber einen Import für diese Position. Frank ist sich aber sicher, wenn man den „Jungs“ Zeit gibt, dann funktioniert es auch. Ein gutes Beispiel ist für ihn Marco Ehrenfried. Ein Quarterback muss das Spiel lesen, er muss erkennen, was die Defense machen wird. Diese Fähigkeiten kann man nicht nur durch Coaching erlernen. Man sollte sich so viele Spiele wie möglich ansehen und davon partizipieren. Frank fallen sofort zwei ehemalige Spieler von ihm ein, die dies sehr gut beherrschten: Fabian Schorn und Dennis Zimmermann. 

Irgendwie kommt an in diesen Tagen in deutschen Football nicht um das Thema „ELF“ herum. Frank sieht es so: „Alles was für den American Football gemacht wird ist genial! Man muss aber auch auf Probleme hinweisen: So ist für mich die ELF eine Mogelpackung. Warum? Es wird versprochen, dass sich deutsche Spieler durch diese Liga weiterentwickeln. Das tun sie auch in der GFL. Hier muss man als gute Beispiele die Crocos und Monarchs nennen. Dort wird eine gute Arbeit, insbesondere Aufbauarbeit geleistet. Bei der ELF geht es schlicht und einfach um Geld. Das ist okay, wenn man hauptsächlich Geld verdienen will, aber man sollte es auch dann so sagen.“ Bisher sind für die Herrenteams nur Spiele der GFL (1+2) und der ELF in Sichtweite. Frank hofft noch auf die Regionalliga, denn ein weiteres Jahr ohne Auf- und Abstiege ist befremdlich und aus sportlicher Sicht nicht gut. Es fehlt der Anreiz für die Teams.

 

Auf was achtet ein Auswahl-Coach

Wenn wir schon einmal einen Auswahlcoach der „GreenMachine“ und der Nationalmannschaft auf den Zahn fühlen können, wollten wir von ihm wissen, was für ihn bei der Auswahl von Spielern wichtig ist. Hier ist seine Antwort: „Bevor man mit der Auswahl beginnt, muss man zunächst entscheiden: suche ich Spieler und passe mein System an oder suche Spieler, die in mein System passen. Ich habe mir eher Spieler ausgesucht, die in mein System passen. Es müssen nicht die besten Einzelspieler sein, sondern die besten Teamplayer! Da achtest du auch auf das Verhalten neben dem Platz. Bei allem was gemacht wird, ist Schnelligkeit wichtig. Hier liegt ein weiterer Fokus bei der Auswahl. Wenn mich einer fragt, was Jugendspieler neben dem normalen Training machen sollen, ist mein Tipp: Speedtraining und Cuts. Das Krafttraining kann man später einfügen. Wichtig ist auch der Einsatz und das „Herz“ für den Sport.“ Hier ist Frank ein Ereignis aus der Jugendnationalmannschaft besonders in Erinnerung geblieben. Es war üblich nur zwei Quarterbacks zu den Spielen mitzunehmen. Frank setzte sich jedoch für einen Dritten ein, der sich im letzten Spiel seine rechte Wurf Hand brach. So weit so schlecht. Dieser Spieler ließ sich jedoch nicht entmutigen und trainierte mit und wechselte unversehens seinen Wurf Arm.  Frank erinnert sich: „Nach zwei Tagen war er so gut, dass er einen Complete Pass werfen konnte. Da war was los im Team! Es hat alle mitgerissen.“ Das ist Football Herz, wie es nicht nur Frank mag. 

Frank und wir freuen uns besonders auf alles was es in diesem Jahr an deutschen Football geben wird. Besonders sind wir auf die GFL1+2 gespannt. Jede weitere Liga, die spielen darf, ist Bonus. Alternativ nehmen wir auch gerne Freundschaftsspiele. Auch werden wir die ELF verfolgen, wenn es gut wird – prima, wenn nicht, dann waren wir wenigstens „dabei“. Schwer wird es sicherlich für ELF, man kann nur hoffen, dass es nicht die deutsche Ausgabe der XFL wird.

Football-Vita von Frank Horn: 
Als Spieler:
1983 – 1989 Wuppertal Greyhounds
1990 – 1992 Solingen Hurricanes
Als Trainer:
Juniorenbereich
- 1992 – 1994 Offensive Coordinator Jugend-Spielgemeinschaft Amboss und Greyhounds
- 1997 – 2004 Offensive Coordinator Jugendauswahl NRW (heute Green Machine)
                - 2 x 1. Platz und 3 x 2. Platz
- 1998 – 2004 Offensive Coordinator Jugend-Nationalmannschaft
                - 2 x 1. Platz und 2 x 2. Platz
Seniorenbereich
- 1996 – 1998 Offensive Coordinator Solingen Hurricanes (2. Bundesliga)
- 2000 – 2001 Offensive Coordinator Bochum Cadets (2. Bundesliga)
- 2015 – 2016 Quarterback Assindia Cardinals

Oliver Jungnitsch von NRW Football / Fands.pics führte ein Interview mit Frank Horn (10.05.2021)

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